Pretty Maids - Wake Up To The Real World Nach dem letzten PRETTY MAIDS Album „Planet Panic“ aus dem Jahr 2002 dauerte es ungewöhnlich lange, bis die Dänen wieder von sich hören ließen – fast dachte man, für Gitarrist Ken Hammer und Shouter Ronnie Atkins sei nach umsatzschwachen Zeiten der letzte Vorhang gefallen.

Aber die PRETTY MAIDS kommen genau zum rechten Zeitpunkt mit „Wake Up To The Real World“ wieder zurück – und mit dem Cover-Artwork, das sich nicht zu knapp an ihren größten Erfolg „Future World“ von 1987 anlehnt geben die auf Grund ihrer blonden Haarfarbe noch lange nicht ergrauten Herren einen deutlichen Fingerzeig, was hier an Material zu erwarten ist… Nach den zugegebenermaßen durchwachsenen letzten Alben tat den PRETTY MAIDS eine Rückbesinnung auf Bewährtes gar nicht schlecht – und bereits die ersten Takte des Openers und Titeltracks „Wake Up To The Real World“ zeigt die mittlerweile zum Quartett geschrumpfte Truppe in Bestform – leicht düster arrangiert, im typischen Spätachtziger-Hard Rock-Stil daherrockend ist die Nummer durchaus „PRETTY MAIDS at their best“. Noch einen ordentlichen Zahn zulegen können die Jungs mit „All In The Name Of Love“ – fast ist man versucht, die Nummer wirklich einem früheren Werk zuzuordnen – so unverbraucht tönen die MAIDS 2006.

Einen Hauch zu synthetisch beginnt „I Am The End“ – nach wenigen Sekunden werden die Keys aber sprichwörtlich von absolut dunklen Gitarrenriffs erstickt, die wieder die zeitgemäße Seite der Band propagieren – insgesamt ein eher gemäßigterer Titel, der in die „unplugged“-Ballade „As Guilty As You“ mündet, die sich allerdings an dem überaus erfolgreichen „Hard Luck Woman“ messen lassen muss und hier knapp unterliegt.

Dagegen trumpfen die PRETTY MAIDS mit dem flotten „Why Die For A Lie“ auf, das auf ureigene Weise klassische MAIDS in ein extrem zügiges Gewand presst.
Die gleiche gelungene Mischung präsentieren Hammer, Atkins & Co. mit dem abwechslungsreichen Rocker „Such A Rush“, um mit „Where Beauty Lies“ eine äußerst eindringliche Ballade nachzulegen – insbesondere Ronnie Atkins beweist hier, dass er noch genauso druckvoll tönt, wie ein knappes Vierteljahrhundert zurück beim ersten PRETTY MAIDS-Album.

Danach müssen sich die Herren mit „Brave Young Breed“ offenbar aufgestaute Energie von der Seele spielen, so rockt die Nummer los – und auch Shouter Ronnie ist wie ausgewechselt und schreit sich bisweilen gar ein wenig die Seele aus dem Leib. In ähnlicher Manier bahnt sich „Terminal Violence“ seinen Weg durch die Boxen, bevor PRETTY MAIDS den meiner Ansicht nach größten Fehler ihrer Karriere begehen.
Sie covern einen der genialsten Titel überhaupt – DEEP PURPLE´s Riff-Granate „Perfect Strangers“ klingt einfach nur aus Blackmore´s Fingern wirklich gut und mit Ian Gillan am Mikro genial – da können sich Ronnie und Ken so viel Mühe geben, wie sie wollen – gegen das Original können sie einfach nicht ankommen.
Als hätten die Jungs sich an der Nummer die Zähne ausgebissen dümpelt der Abschlusstrack „Another Shot Of Your Love“ zudem ein wenig vor sich hin.

„Wake Up To The Real World“ ist trotz der Kritik an den beiden letzten Titeln ein hervorragendes Album – nicht zuletzt, weil es ein paar Bonuspunkte auf Grund der Tatsache einstreichen kann, dass die PRETTY MAIDS überhaupt noch mal so aus der Versenkung auftauchen. Die Dänen schaffen es das gesamte Album hindurch, ihren Stil aus den Zeiten größter Erfolge punktgenau zeitgemäß umzusetzen und frisch und unverbraucht zu klingen.
Da kann man nur hoffen, dass sich Atkins & Co. nicht erneut eine so lange Auszeit genehmigen werden.

Note: 8,5 / 10

Anspieltipps: „Wake Up To The Real World”, „All In The Name Of Love”, „Where Beauty Lies”

VÖ: 10.11.2006

Spielzeit: 45:16 min
Titel: 11
Label: Frontiers Records

(Naglagor)
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