blacklung seetheenemyZwei Jahre nach ihrem selbstbetitelten Debüt hat die Band ohne Bass, BLACK LUNG, eine neue Albumveröffentlichung parat. Den fehlenden Bassisten erwähne ich deshalb erneut, weil es wirklich außergewöhnlich ist bei einer Doom, Stoner, Psychedelic Band keinen Tieftöner in den Reihen vorzufinden, Dave Cavalier, Adam Bufano und Elias Schutzman gleichen das aus, indem sie die Gitarren enorm tief gestimmt haben und diese dem Hörer gerne verzerrt präsentieren. Immerhin findet sich mit J. Robbins ein Bassist unter den Gastmusikern.

Von dem bereits erwähnten Debütalbum war ich damals durchaus angetan, diese Einschätzung greift auch zwei Jahre später beim Zweitwerk „See The Enemy“. Blumentöpfe wird die Band auch mit dieser Platte nicht gewinnen, weil die Musik dazu zu wenig Mainstream und vor allem geeignet ist für Liebhaber dunkelgefärbter handgemachter Rockmusik. Die eigene Einordnung, dass die Band aus Baltimore viele Facetten aus Blues, Stoner, Doom, Alternative und Rock abdeckt, teile ich nach wie vor, vergleicht man „See The Enemy“ mit seinem Vorgänger fällt auf, dass das Material insgesamt noch schlüssiger klingt, trotz vielerlei Einflüsse verfolgt das Trio einen Plan, sei es nun bewusst oder unbewusst. Die Songs klingen insgesamt eine Spur heavier, was auch an der verbesserten Produktion liegen mag, sind dafür aber noch genauso schwer zugänglich.

So findet sich auf „See The Enemy“ unter den acht vorhandenen Songs auch keiner, der gut ins Ohr gehen würde oder der größeres (Hit)Potential besitzen würde, eine Band wie BLACK LUNG schreibt ein Album und eben keine Einzelsongs, trotzdem freut man sich als Hörer, wenn es wie in „Priestess“ einmal einen Part gibt, den man problemlos mitsingen kann; wenn man denn will.
Wirft man einen Blick auf die Tracklist, könnte man meinen, BLAKCK LUNG wollten hier anderen Bands huldigen, zumindest „Behemoth“, „Ichor“ und „Priestess“ targen andere Kapellen als Namen.

Das ist aber nur eine Randnotiz bei einem Album, das für mich persönlich nicht ganz unanstrengend ist, weil das Trio eben viel Wert auf Dreck, Verzerrung und Lärm legt, ich bevorzuge da in der Regel den etwas geradlinigeren Weg, großartig etwas auszusetzen habe ich allerdings nicht. Man sollte sich halt bewusst sein, dass die ursprünglichen Bands der 60er und 70er, die es zu Ruhm und Ehre gebracht haben, halt bessere und mitreißendere Songs hatten. Hier sehe ich nach wie vor das gößte Potential für Verbesserungen.

Soundmäßig fahren BLACK LUNG hier wie eingangs erwähnt ein ganz schön fettes Brett auf, wenngleich mir die Vocals zu verzerrt und insgesamt zu weit in den Hintergrund gemischt sind, Kern und Basis der Musik sind ganz klar die beiden Gitarren, aber auch das Drumming von Elias Schutzman hinterlässt keinen monotonen Eindruck, wie man es bei dieser Art der Musik eigentlich erwarten und/oder befürchten würde.

Wie auch schon beim Erstling, lässt sich hier festhalten, dass BLACK LUNG eine Band für Liebhaber spezieller Sounds sind, wären sie es nicht, wären sie vermutlich auch nicht bei Noisolution unter Vertrag. Da in allen Bereichen eine Steigerung zu verzeichnen ist, gibt es dieses Mal auch eine leicht bessere Bewertung meinerseits. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 45:40 min
Label: Noisolution
Veröffentlichungstermin: 29.04.2016

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