Criminal Fear ItselfIch bedauere es immer, wenn so manch hochwertige Band einfach in der Vielfalt von Veröffentlichungen untergehen. Wenn dann eines der Mitglieder glücklicherweise noch in einer besser bekannten Band mitmischt, wird letztlich das Interesse auch dorthin gelotst.
So ist mir CRIMINAL zwar schon einige Zeit lang ein Begriff, aber wirklich beschäftigt habe ich mich leider noch nicht mit dieser Truppe. Das ändert sich allerdings mit dem neuesten Werk „Fear Itself“, das vier Jahre nach dem starken Vorgänger „Akelarre“ nun in den Regalen steht. Bandkopf Anton Reisenegger kündigte schon ein sehr gelungenes Album an in neuer Besetzung, aber mit alter Rezeptur.

Eben dieser Anton ist mir sehr gut in Erinnerung, als er bei LOCK UP den verstorbenen Jesse Pintado würdig ersetzte und dessen Erbe erstaunlich gut ansetzte. Nun ist es Zeit, sich mit seiner eigentlichen Band CRIMINAL auseinanderzusetzen, die es ja auch immerhin schon über 20 Jahre gibt.
Die Frühwerke waren mir in Form einiger Songauszüge zwar im Hinterkopf, aber dennoch fehlten mir doch einige Infos.

Sehr vielversprechend klang das, was Reisenegger über die Entstehung von „Fear Itself“ da im Vorfeld erzählte, und er versprach keinesfalls zuviel. Mit Neuzugang Sergio Klein an der Gitarre ist ein weiterer Chilene an Bord, der den Sound der Band zusätzlich verfeinert und anreichert.
CRIMINAL sind eine technisch anspruchsvolle Thrashband, die allerdings den Spirit der 80er und 90er eingeatmet haben und damit sowohl moderne als auch traditionelle Elemente in ihren Songs verarbeiten. Scheuklappen gibt es auch kaum, gerne werden mal Death Metal- oder Grindcore-Elemente eingestreut, ohne aber den sicheren Pfad zu verlassen. Man hält sich nicht an Tempovorgaben, sondern bietet vom rasanten Galopp bis zum groovigen Trab alles.
Auch auf „Fear Itself“ hört man die Einflüsse der alten Punk-, Hardcore- und Metalrecken heraus, ob sie nun NAPALM DEATH, ENTOMBED oder auch SICK OF IT ALL heißen.
Der abschließende Song „Carne Molida“ hat dann viel südamerikanisches Blut in sich und klingt schon schwer nach den Landesnachbarn RATOS DE PORAO, was gerade bei mir schwer für Begeisterung sorgt.

Ich höre mich derweilen noch durch den Backkatalog der Chilenen und schweife dabei bestimmt auch gerne mal ab auf ein paar Kultbands. Aber auch das ist gewollt und bestimmt kein schlechter Plan an einem stürmischen und regnerischen Nicht-Herbst-Tag. (Jochen)


Bewertung:

Jochen8,0 8 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 43:04 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 11.03.2016

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