avatarium thegirlwiththeravenmaskAVATARIUM sind ja im Moment DIE Senkrechtstarter im Doom Metal. Und das meiner Meinung nach völlig zu Recht. Zum einen klingen sie so, wie Doom klingen sollte, zum anderen bringen sie mal richtig schön frischen Wind in die Doom-Szene. Und Frauen sieht man da ja auch nicht so häufig. Und nachdem sowohl das letzte, selbstbetitelte Album, als auch die EP „All I Want“ voll überzeugen konnten, muss ich natürlich auch das neue Album der Schweden haben.

„Girl With The Raven Mask“ knüpft genau dort an, wo „All I Want“ aufgehört hat. Die Scheibe beginnt mit dem Titelsong, der ein echter Knaller ist. Voller Power und schon beim ersten Hören absolut mitreißend. Was ein starker Einstieg in die Platte! Da wird es schwer sein, das Niveau zu halten.

Und so wird es bei „January Sea“ auch deutlich schleppender und schwermütiger. Im längsten Song der Scheibe dominiert vor allem Jennie-Ann Smiths klare Stimme und gleichzeitig hört man ganz deutlich, aus welcher Ecke AVATARIUM stammen. CANDLEMASS sind hier ganz deutlich herauszuhören. Da kann Leif Edling seine Herkunft nicht leugnen. Ob man sich daran stört, dass CANDLEMASS so deutlich herauszuhören sind, muß am Ende jeder für sich selbst entscheiden.

Ich find’s eigentlich ganz cool. Insbesondere, da AVATARIUM gerne auf die dubiosesten Percussioninstrumente zurückgreifen, um ihren Songs das gewisse Etwas zu verleihen, was in der Regel auch gelingt. Die wurden wieder von Michael Blair aufgenommen, der auch schon mit LOU REED und TOM WAITS zusammengearbeitet hat.

Ein mächtiger Song ist auch „Pearls And Coffins“, der über weite Strecken sehr ruhig ist. Jennie-Ann steht im Vordergrund und wird oft nur von der Gitarre begleitet, bis dann im Refrain eine großartige Soundwand aufgebaut wird. Dieser Song lebt vor allem vom Kontrast zwischen Strophen und Refrain. Einen ähnlichen Weg geht man bei „Hypnotized“, allerdings schafft es die Spannung, die in den Strophen aufgebaut wird nicht, sich vollständig im Refrain zu entladen. Dafür schlagen die CANDLEMASS-Elemente hier wieder voll durch.

„Ghostlight“ hat eine herrlich düstere Stimmung, erinnert dafür aber auch sehr an das letzte CANDLEMASS-Album. Und ich muss gestehen, dass ich hier beginne, mich ein klein wenig zu langweilen. Nach dem starken Anfang baut die Platte gegen Ende doch etwas ab. Nicht, dass jetzt die einzelnen Songs schlecht wären – ich würde mich über jeden freuen, wenn er irgendwo gespielt wird. Aber irgendwie sind die Songs doch alle gleich aufgebaut. Sehr ruhige Strophen, die von Jennie-Anns Gesang bestimmt werden, im Refrain darf es dann gerne etwas mehr sein – und dann das gleiche nochmal. Und nochmal.

Da freut man sich richtig, wenn es mit „Run Killer Run“ wieder etwas flotter wird. Die treibenden Gitarren veredeln den Song zusätzlich und machen ihn zu einem der besten des Albums. Ein wirklich cooler Song; von dieser Sorte würde ich mir mehr wünschen. „Iron Mule“ ist da wieder einer der langsameren, ruhigeren Sorte. Und von denen hatte man auf diesem Album jetzt wirklich schon genug. Auch „The Master Thief“ ist sehr ruhig, hier passt es aber perfekt zur schönen düsteren Stimmung des Songs.

Und damit haben AVATARIUM schon wieder ein Album produziert, nach dem sich andere Bands die Finger lecken würden. Mir persönlich fehlen jedoch etwas der Einfallsreichtum und die Spritzigkeit des Debüts. Etwas mehr Abwechslung hätte diesem Album gutgetan, aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Alles in allem ist „Girl With The Raven Mask“ immer noch ein richtig gutes Album. (Anne)


Bewertung:

Anne7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 50:01 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 23.10.2015

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