chriscaffery yourheavenisrealDie ersten beiden Solo-Scheiben von CHRIS CAFFERY mochte ich sehr. „Pins And Needles“ konnte mich dann aber schon nicht mehr so überzeugen und „House Of Insanity“ ist komplett an mir vorbeigegangen. Aber nun, 6 Jahre nach dem letzten Album kommt mit „Your Heaven Is Real“ das fünfte Soloalbum des Gitarristen auf den Markt. Und weil mir der Mann nach wie vor äußerst sympathisch ist, will ich diesem Album auch gerne eine Chance geben.

Und Soloalbum ist hier auch wirklich wörtlich zu nehmen. Denn CHRIS CAFFERY, von Haus aus Gitarrist, hat nicht nur sämtliche Gitarren und den Bass eingespielt, sondern wie immer auch fast den kompletten Gesang sowie Backgroundgesang und zum Teil auch das Keyboard eingespielt. Nur für Drums und Violine sowie einige Keyboardparts und Backgroundgesang hat er sich Unterstützung von anderen Musikern genommen. Auch aufgenommen, produziert und gemixt wurde die Platte komplett von ihm selbst. Einerseits schön, wenn alles in einer Hand ist, aber da besteht natürlich auch die Gefahr, daß man betriebsblind wird.

Wie schon bei den letzten Alben sollte man auch hier durchaus mal auf die Texte achten, die wie immer fast alle ziemlich gesellschaftskritisch und zum Teil auch sehr persönlich sind. Und heutzutage leider aktueller denn je. Man kommt sich ja schon vor als rede man gegen eine Wand. Doch wie auch immer. Der Opener und Namensgeber „Your Heaven Is Real“ hat doch einen deutlichen SAVATAGE-Einschlag und wird nach dem ruhigen Anfang eine ordentliche Rocknummer mit ziemlich progressivem Schluss, der aber zugegebenermaßen schon wieder ziemlich an SAVATAGE erinnert.

Überhaupt hat das ganze Album einen ziemlich deutlichen SAVATAGE-Einschlag. Ob es daran liegt, dass auf der letzten TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA-Tour (zumindest in Europa) mehr SAVATAGE-Songs gespielt wurden? Oder daran, daß man auf dem Wacken Open Air einen SAVATAGE-Gig hatte (auch wenn das zugegebenermaßen mehr TSO als SAVATAGE war)? Wie auch immer. Auch „Arm And A Leg“ erinnert sehr deutlich an die Amerikaner zu „Wake Of Magellan“-Zeiten, wird dabei aber ziemlich sperrig und zum Ende hin auch etwas langweilig.

Und das wäre auch mein Hauptkritikpunkt an diesem Album. Viele Songs sind ziemlich lang und wären vermutlich besser, wenn man sie einfach etwas gekürzt hätte. So verliert man sich oft in Details und Spielerei. Gut, das ist wahrscheinlich so ein Gitarristending, aber trotzdem wirken manche Songs auf Dauer doch etwas langatmig und kämen kürzer und knackiger besser an. Ein gutes Beispiel hierfür ist „Damned If You Do, Dead If You Don’t“, ein ziemlich aggressiver Song, der trotz sperrigem Gesang eben einfach mehr reinhaut. Das Negativbeispiel wäre „Death By Design“, der eigentlich ein richtig guter Song ist, bei dem es immer wieder harte Einschläge gibt, der sich gegen Ende aber ganz schön zieht.

Reines Gitarrengefrickel findet man hier eher nicht. Am ehesten noch im Instrumental „Hot Wheelz“, oder dem kurzen Gitarrenintermezzo „2 26 15“, bei denen sich Chris an der Gitarre mal so richtig austobt. Ansonsten wird aber doch mehr auf Songdienlichkeit und weniger auf das Herausstellen der Gitarren geachtet, was ich als Nichtgitarrist dann doch positiv finde.

Und so bleibe ich am Ende etwas zwiegespalten zurück. „Your Heaven Is Real” ist ja nun beileibe kein schlechtes Album, so richtig überzeugen kann es mich aber auch nicht. Dafür bleiben die Songs einfach zu wenig im Ohr, es gibt keine richtigen Ohrwürmer und viele Songs kranken an Langatmigkeit. Als Fan von Chris Caffery hat man mit diesem Album sicher seinen Spaß, aber ob man damit auch andere hinter dem Ofen hervorlocken kann wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. (Anne)


Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 66:17 min
Label: Metalville
Veröffentlichungstermin: 31.07.2015

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