AbsentMinded-AlightDüster, schleppend, schwer, furchterregend, bizarr – all das widerfährt einem bei den ersten Tönen von „Alight", dem bereits dritten Longplayer der Bamberger Todesschwadronen. Wenn man dann noch das tiefe Gegrowle von Sänger Steve vernimmt, möchte man sich gerne verstecken oder vielleicht auch lieber dem Herrn der Unterwelt seine Seele verkaufen. Auch wenn das vielleicht in der Vergangenheit nicht der Fall sein sollte, so scheint der Vierer schon ziemlich genau zu wissen, wo ihr Ziel liegt, wenn auch hier keine eindeutige Route eingeschlagen wird.

Aber ABSENT/MINDED haben sich seit 2009 um einiges nach vorne entwickelt und sich auch schon einen gewissen Namen gemacht. Auch wenn mir dieser bis vor kurzem nicht geläufig war, so weckt das aktuelle Werk dennoch meine Aufmerksamkeit. Objektiv gesehen werden hier einige Stilistiken vermischt zu einem nicht wirklich innovativen, aber dennoch interessanten Düstercocktail, der in dieser Form bestimmt auch über die Landesgrenzen hinweg für Aufmerksamkeit sorgt. Eine Reise durch dreckigen Sludge über klassischen Doom, hinweg über Dark- und Gothic-Elemente bis hin zu Death- und Black Metal-Anleihen endet eine Dreiviertelstunde später mit der Intention, die Scheibe nochmals zu hören, da man sich noch nicht im Klaren ist, ob das Gehörte nur lapidar abgetan oder erfreulich aufgenommen werden soll. Ich selbst bin mir auch noch nicht ganz sicher, immer wieder höre ich mir „Alight" an und entdecke Neues, erkenne Gewohntes und bekomme immer wieder einen neuen Baustein in der Struktur des Albums mit.

Hier haben sich Leute richtig Mühe gegeben, ein anspruchsvolles und raffiniertes Album aufzunehmen, produktionstechnisch stellte man sich auch direkt auf die richtige Seite. Der Dicke-Backen-Sound kommt allerdings mal nicht aus Oldenburg, sondern aus Landshut.
Die sechs Songs der Scheibe gehen grob gesagt in die AHAB-Richtung, gerade gesanglich, aber ansonsten durchaus noch abwechslungsreicher. Hier wird in alle musikalischen Bereiche mal kurz reingeschnuppert, Elemente aus benachbarten Genres werden verarbeitet, banale Passagen umgearbeitet in etwas Interessantes, so dass die Spielzeit im Nu verfliegt und dabei Lust auf mehr macht.

Auch wenn das Rezept nichts wirklich Neues darstellt, so hat die Band mit „Alight" dennoch eine starke Leidenschaft und einen hohen Faktor an Musikalität vorgelegt. Auch ohne großes Image nimmt man ihnen die dunkle Stimmung ab und sieht dabei über die einen oder anderen ausbaufähigen Elemente hinweg. Daumen hoch für das verflixte dritte Album in Eigenregie. (Jochen)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 45:54 min
Label: Eigenvertrieb
Veröffentlichungstermin: 29.01.2016

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