bliksem gruesomemasterpieceWenn die guten Bandnamen alle weg sind, dann muss man als Band eben andere Wege gehen und in Sprachen ausweichen, die nicht auf der Hand liegen. So getan haben es die Belgier von BLIKSEM, die ihre Band nach dem niederländischen Wort für "Blitz" getauft haben, klingt gleichermaßen erhaben und cool. Der Bandname stellt sich fortan auch zudem als total passend heraus, denn man wird metaphorisch sozusagen direkt beim ersten Kontakt gewaltig niedergestreckt.

Das liegt nun weniger daran, dass sich BLIKSEM offiziell Thrash Metal auf die Fahnen geschrieben haben, der einen dem Wortsinne nach platt macht, so wie bei der aktuellen SLAYER Platte („Repentless"), bei der es voll auf die zwölf gibt, sondern daran, dass diese individuelle Mischung der Band aus traditionellem Heavy Metal und je einem kleinen Teil Doom, Thrash und Stoner richtig klasse ist. Und dann hat die Band mit Peggy Meeussen auch noch eine Sängerin in ihren Reihen, wenngleich man das auf dem Bandfoto nur erahnen kann, und ja ich mag Sängerinnen, egal ob sie wild rumschreien, normal singen oder Arien trällern.

Letzteres macht Peggy nicht, das würde auch definitiv nicht passen, ihr Gesang ist schlussendlich eine Mischung aus den beiden anderen genannten Ausdrucksformen, nicht perfekt, aber durchaus ansprechend. Dieser Punkt zieht sich dann auch komplett durch das Zweitwerk von BLIKSEM, es ist dieses Bodenständige, dieses ehrliche Handwerk, das mich hier anzieht und zuweilen begeistert. „Gruesome Masterpiece" ist keine Hochglanzproduktion und trotzdem haben hier die Band und ihr Produzent Martin Furia wirklich alles richtig gemacht, wenn es um den Sound geht. Dieses Album ist ein gutes Beispiel dafür, dass man es auch mit herkömmlichen Mitteln hinbekommen kann, dass ein naturbelassener Sound, heavy und drückend klingen kann.

Kommen wir zu den zehn Songs des Albums, dann gibt es meiner Meinung nach zwei, die man unbedingt mit besonderen Worten hervorheben muss, zum einen ist das das in der Mitte platzierte, enorm vielseitige Miniepos „Morphine Dreams" und zum anderen ganz am Ende das äußerst melodische und leicht hitverdächtige „Out Of The Darkness." Darüber hinaus findet man mit dem reinrassigen und flotten Thrasher „Kywas", dem dem Doom Metal zuordenbaren „Mistress Of The Damned" sowie dem Mid-Tempo-Banger „Room Without A View" (mit Achtziger Jahre Reminiszenzen), drei weitere Kracher, der Rest fällt ganz leicht ab. Zudem stimmt die Dramaturgie bei „Gruesome Masterpiece", nach dem 9-Minüter „Morphine Dreams" folgen mit „Twist The Knife" und kurz später mit „Fucked Up Avenue" beispielsweise zwei kürzere Brecher als Ausgleich, die allerdings nicht ganz so stark ausfallen wie anfangs das Doppel „Crawling In The Dirt" und „Kywas".

BLIKSEM sind zwar anders, aber trotzdem gar nicht so weit weg von einer hochgeschätzten Band wie ARMORED SAINT, einfach ehrlicher, mitreißender, trendfreier Heavy Metal...hört mal rein. (Maik)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 51:45 min
Label: Iron Will/Rough Trade
Veröffentlichungstermin: 28.08..2015

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