trivium silenceinthesnowWenn man sich bei Bekanntgabe der Veröffentlichung eines neuen Albums einer Band nur denkt, dass das aber verdammt schnell ging, dann wird es meines Erachtens langsam kritisch. Doch genauso ging es mir, als TRIVIUM verkündeten, dass mit „Silence In The Snow" dieser Tage der Nachfolger des 2013er Albums „Vengeance Falls" erscheint. Sieht man sich nämlich den Veröffentlichungsmodus der meisten Gruppen heutzutage an, dann sind 2 Jahre eine echt kurze Zeit. Deshalb hatte ich auch vom bereits siebten Werk der Gruppe höchstens die Fortführung der bereits von „In Waves" (2011) und „Vengeance Falls" (2013) bekannten Formel aus Growls und Screams in der Strophe und Klargesang im Refrain erwartet. Wobei ausdrücklich erwähnt sei, dass diese Mischung bisher ausgezeichnet funktionierte und „In Waves" und „Vengeance Falls" beileibe keine schlechten Alben sind.

Doch so einfach machen es einem Matthew Heafy (Leadgesang, Gitarre), Corey Beaulieu (Gesang, Gitarre), Paolo Gregoletto (Bass, Hintergrundgesang) und Neuzugang Mat Madiro (Schlagzeug) auf „Silence In The Snow" keinesfalls. Kümmern sie sich doch herzlich wenig um die Erwartungen von Kritikern und auch Fans. So muss man als Vergleichswerk auch nicht die 3 Vorgänger, sondern das bereits 2006 erschienene „The Crusade" heranziehen. So manch einer mag sich nun beim Lesen dieser Zeilen verwundert die Augen reiben und denken er sehe nicht recht, aber genau in diese Richtung geht anno 2015 die musikalische Reise des Vierers aus Orlando.

Schon nach dem kurzen Intro „Snøfall" wird mit dem bereits vorab als Single erhältlichen Titelsong klar wohin die weiteren 9 Songs gehen. Einmal mehr lässt Matthew Heafy die Screams und Growls in der Schublade und setzt über die volle Länge des Albums auf Klargesang. Dabei ist anzumerken, dass das titelgebende „Silence In The Snow" mitnichten eine neue Komposition darstellt. Nein, man wird es zwar kaum glauben, aber die Nummer hat bereits 9 Jahre auf dem Buckel und stammt in der Tat noch aus der Zeit der Aufnahmesessions für „Shogun". Da sie jedoch als vom Sound her unpassend befunden wurde, landete sie letztendlich in der Schublade, um nun auf dem aktuellen Silberling in unveränderter Form ihre Wiedergeburt zu erleben.

Und ähnlich wie der Titelsong sind auch die restlichen Stücke ausgefallen. Heafy singt über das komplette Album „normal" und die Lieder sind zwar teilweise pfeilschnell aber auch hochmelodisch ausgefallen. So wissen Nummern wie „Silence In The Snow", „Blind Leading The Blind" und „Rise Above The Tides" auch durchaus zu überzeugen. Was auffällt, ist weiterhin, dass sich TRIVIUM auf „Silence In The Snow" im Gegensatz zu „The Crusade" jedoch weniger an METALLICA sondern hörbar am klassischen Heavy Metal der Marke IRON MAIDEN orientieren.
Für viele Hörer mag „Silence In The Snow" einen Rückschritt bedeuten und in der Tat geht durch die fehlenden Screams und Growls und den etwas zu glattpolierten Sound, den Produzent Michael „Elvis" Baskette (SLASH, ALTER BRIDGE) hier abgeliefert hat, vieles an Härte und vor allem auch Aggression verloren. Die eigentliche Krux des Werkes ist aber, dass es sich viel zu schnell abnutzt, was daran liegt, dass die Songs sich in ihrer Struktur zu sehr ähneln und Heafy's normale Gesangsstimme über eine volle Albumlänge einfach nicht variabel genug ist.

Zugute halten muss man TRIVIUM, dass sie mit Album Nummer 7 nicht einfach auf Nummer sicher gegangen sind. Die Bewohner von „Trveheim" werden die Gruppe so oder so weiterhin hassen, alle anderen bekommen mit „Silence In The Snow" zwar kein herausragendes aber dennoch ordentliches Album. (Matthias)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:14 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 02.10.2015

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