colaris nexus200pxDie Pirmasenser Instrumental-Post-Rock-Combo COLARIS ist in Kennerkreisen seit der letzen Veröffentlichung kein Geheimtip mehr. Längst kann die Band kleinere gut besuchte Europatourneen durchziehen. Jedoch liegt die Veröffentlichung des letzten vollwertigen Albums "Renewal" gute drei Jahre zurück. Seitdem ist einiges passiert und die Gruppe um Bandkopf Jessie konnte eine Menge neuer Eindrücke zur Musik verarbeiten, aber leider suchen sie immer noch einen festen Bassisten. Das hat COLARIS jedoch nicht davon abgehalten ein neues Album aufzunehmen.

Um das kurz vorweg zu nehmen: Jessie kennt man auch als Aushilfsbassist für die Liveshows vom AMPERSPHERE, welche lustigerweise ebenfalls einen Bassisten suchen.
Dieses Album wurde mit Hilfe des Live-Bassisten Sascha, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der nicht weniger spannenden AMPERSPHERE, im RAMA-Tonstudio in Mannheim eingetütet. Da COLARIS und AMPERSHERE auf der letzten Veröffentlichung in Gestalt eines Split-Albums eh schon kooperierten, wäre es da so abwegig zu behaupten, die beiden Bands passen zusammen wie die berühmte Faust aufs Auge? Naja, aber wie sollte die Formation dann heißen? COLASPHERE? AMPERIS? Auftritte beider Gruppen werden von den jeweiligen Fans gleichermaßen besucht und ein Konzertabend ließe sich sicher sehr abwechslungsreich gestalten So viel zu diesem "Problem".
Aber gehen wir nun auf das neue Album von COLARIS Namens "Nexus" ein.
Sanft erwacht das Album mit "Evoke" zum Leben, um dann recht schnell sehr drahtig und hellwach in den ersten Sonnenstrahlen zu tanzen. Die orientalisch angehauchten Klänge reißen mit - umhüllen den Hörer beinahe. Es bleibt jedoch erstmal bei einem melancholischen Blick aus dem Fenster. Der Song erinnert zwischendurch ein bisschen an Isis. Danach wird man in einen Strudel aus Klängen hineingesogen, die einen fesseln und nur selten aufblicken lassen. Manchmal vermutet man in den verflochtenen Riffs Gesang und man möchte mitsingen - eine Stimme hören. Meine Gedanken kreisen und kommen nie zu einem Ergebnis, denn alles was der geneigte Rock und Metalfan in den letzten Jahren so gehört hat, findet sich in irgendeiner Art und Weise in den Stücken wieder.
Hinter "Cluster" vermutet man einen Hit, den man schon Jahre nicht mehr gehört hat und am Ende fürchtet man in seinem Leben einen Song von ANATHEMA verpasst zu haben. "Burst" ist echt gut und geht mit seinen Black-Metal-Anleihen à la SATYRICON unter die Haut. Der Song gefällt in einem durch und ist für mich der Hit des Albums schlechthin. Wenn mit "Harvest" am Ende die Ernte eingefahren wird, bleibt man etwas desorientiert zurück.
Das ganze Album kann man gut im Hintergrund laufen lassen und wiederum problemlos intensiver am Besten über Kopfhörer lauschen. Teilweise sind die Passagen etwas sehr lang und ruhig und oft nicht so spannend, aber je nach eigener Stimmung hypnotisch.

Vermutlich hört jeder etwas anderes heraus, aber alle werden sich über die Genialität der Stücke einig sein.
Wo wir gerade bei Genialität sind, kann man auch mal ein Wort über die herausragende Produktion verlieren. Der flirrende und jederzeit transparente Klang lässt einen mühelos in die Musik eintauchen. Das Schlagzeug, welches nach wie vor Julian Steinbach bearbeitet, ist sehr organisch eingefangen und setzt sich gegenüber den wabernden Bassläufen immer knackig und leichtfüßig federnd durch.
Jemand, der PINK FLOYD, TOOL und BLACK SABBATH zu seinen Lieblingsbands zählt und diese problemlos hintereinander oder sogar gleichzeitig hören kann, ist hier richtig aufgehoben. Wem roher Black-Metal gut schmeckt wird überrascht sein wie viel sich in den Stücken von COLARIS wiederfindet. Die intensive Stimmung, die diese Musik oft kreiert, ist auf "Nexus" allgegenwärtig. Alles scheint miteinander verknüpft zu sein. (Andreas)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 53:10 min
Label: Narshardaa Records/Wolves And Vibrancy Records/revolvermann records
Veröffentlichungstermin: 17.07.2015

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