Atheist-Unquestionnable presenceWas Anfang der Neunziger im sonnigen Florida abging, entbehrte fast jeder Übersichtlichkeit. Gerade Death Metal flammte hier auf, und das Morrisound Studio verhalf so mancher Combo zum weltweiten und jahrelangen Erfolg. Die einzelnen Kapellen erkannten, dass sie schon etwas Besonderes bieten mussten, um die Aufmerksamkeit auch über längere Zeit nicht zu verlieren. Und in diesem sonnigen Zäpfchen der USA-Ostküste tummelten sich zahlreiche musikalische Talente, die ihr Instrument beherrschten wie kein anderer und immer noch einen draufsetzten konnten falls nötig. So auch die Ausnahmeband ATHEIST, die bereits mit ihrem Erstling „Piece Of Time" für haufenweise offene Kinnladen verantwortlich war. Ihre Herangehensweise an das Genre inspirierte weitere Bands, die mitunter erfolgreicher waren als ihre Paten. Nun gibt es ihre Werke erneut als Wiederauflage, dieses Mal bei Season Of Mist, hier im Speziellen der Meilenstein „Unquestionable Presence".

Auch wenn für mich das Debüt immer noch ganz oben steht, ist der Nachfolger nach wie vor ein Wahnsinnsalbum, was immensen Einfluss auf Bands wie DEATH, CYNIC oder PESTILENCE hatte. ATHEIST waren eine der ersten Bands, die nicht nur technisch-progessive, sondern auch jazzige Elemente in ihre Musik einbanden. Die Musiker dafür hatten sie ja am Start; der bis dahin wenig bekannte Roger Patterson bediente den Bass wie kaum einer zuvor im harten Musikgenre. Nach seinem frühen und tragischen Tod kurz vor den Aufnahmen zu diesem Album musste ein ebenbürtiger Ersatz her, der in Tony Choy gefunden wurde und der ebenfalls nichts anbrennen ließ. Heutzutage ist Tony immer noch bei PESTILENCE aktiv, nachdem er auch den bereits angesprochenen CYNIC zu einem mehr als erfolgreichen Erstling verholf und später bei ATHEIST fest zusagte.

Sänger Kelly Shaefer zeigte schon von Anfang an, dass Death Metal nicht nur aus reinem Gegrunze und Gekeife bestehen muss, und sein Gesangsstil unterstrich den stark progressiven Anspruch dieser Ausnahmeband. Die Songs zünden heute noch genauso wie zu ihrer ursprünglichen Geburtsstunde im Jahr 1991, und das Genie in der Musik der Gottesverleumder lebt weiter nach den Jahren der „inoffiziellen" Auflösung. Auch wenn das Folgewerk „Elements" schon stellenweise an den Rand der Experimentiergrenze geht, ist und bleibt ATHEIST eine unsterbliche Macht im technisch anspruchsvollen Death Metal der Florida-Ära.
Altbewährte Fans der Band sollten sich das Re-Release auf jeden Fall zulegen, wenn sie auf Bonusmaterial aus sind. Bis auf ein paar Demoversionen und Studiotakes geben die Bonustracks zwar nichts her, außer man ist am produktionstechnischen Verlauf interessiert, aber die Neuauflage kommt mit einer DVD inklusive Liveaufnahmen von 1990 und 1991, Interviews und Studioaufnahmen. Leider kann ich über die Qualität nichts sagen, da mir die DVD nicht vorliegt, dennoch klingt das Paket sehr interessant. Genießt dieses „Piece Of Time"! (Jochen)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 17
Spielzeit: 67:39 min
Label: Season Of Mist
Veröffentlichungstermin: 24.07.2015

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