Lindemann - Skills And PillsRAMMSTEIN liegen vorerst (bis September) auf Eis, doch Sänger Till Lindemann kann die Füße natürlich trotzdem nicht stillhalten. Welch grandioser Zufall, dass er mit PAIN-Mastermind Peter Tägtgren dank vergangener Aufnahmesessions in Schweden mittlerweile gut befreundet ist. Unter dem Bandnamen LINDEMANN veröffentlichen die beiden Ausnahmekünstler nun ihr erstes gemeinsames Werk „Skills And Pills", das komplett in Englisch gehalten ist. Funktioniert Lindemanns Stil auch in diesem Format?

Ja tut er, zwar muss man sich gerade als RAMMSTEIN-Fan erst einmal daran gewöhnen, doch an und für sich gibt es nicht viel auszusetzen. Die Texte grollen ähnlich düster und ausdrucksstark wie bei RAMMSTEIN durch die Boxen und der Gesang kann sich auch in Englisch hören lassen. Peter Tägtgren mischt dem Album noch ein anständiges Maß an Düsterheit und Verdorbenheit hinzu. Hier haben sich tatsächlich zwei gesucht und gefunden. Lindemann und Tägtgren ergänzen sich perfekt und zaubern ein Album voller großer Momente hervor.

Dabei stechen viele der Stücke besonders durch die teils makaberen Texte hervor, zu Beginn fallen besonders „Ladyboy" und „Fat" auf. Wie gewohnt versteht man die Texte von Lindemann verdammt gut, auch wenn mir hier vermutlich einige widersprechen werden, besonders was den Inhalt und die Aussprache angeht. Für mich gilt hier aber das Gleiche wie bei RAMMSTEIN, egal wie abgedreht es auch sein mag, man sollte es eben stets als Kunst mit etwas Humor verstehen. Natürlich zählt hierzu auch ein gewisses Maß an Provokation, doch auch das ist vollkommen in Ordnung und gehört eben dazu („Praise Abort"). Viele der Songs bieten eine enorme Atmosphäre mit teils hartem Riffing, es überwiegen allerdings die Gothik-lastigen Momente. LINDEMANN erinnern in vielen Momenten natürlich an RAMMSTEIN, doch durch Tägtgren kommt ein guter Stilmix von RAMMSTEIN und PAIN zustande, der LINDEMANN ganz eigen klingen lässt. Ein reines Metal-Album ist „Skills And Pills" nicht geworden und das sollte jedem bewusst sein. Einige der Stücke erinnern sogar sehr stark an diverse „Tanzritual"-Veranstaltungen („Fish On"). Dennoch stören die Effekte nicht, sondern geben dem Album eine gewisse Dynamik, die sicherlich überwiegend gut ankommen wird. Auch die ruhigeren Momente der Platte sind sehr gut gelungen, so sorgt „Home Sweet Home" für einige Gänsehautmomente, und auch „That's My Heart" kann sich hören lassen, obwohl die Themen dieser Songs sehr trauriger Natur sind.

„Skills And Pills" ist eine interessante und abwechslungsreiche Platte geworden, die sowohl für PAIN- als auch RAMMSTEIN-Fans interessant sein dürfte. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kann man sich auch mit Till Lindemanns englischem Gesang anfreunden. Außerdem sind spätestens nach dem zweiten Durchlauf ziemlich alle Songs fest im Hörkanal verankert. (Pascal)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:03 min
Label: Warner Music
Veröffentlichungstermin: 19.06.2015

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