acousticrevolution finallyfolkUnter einer Revolution versteht man gemeinhin etwas Weltbewegendes, eine Veränderung von besonderer Bedeutung, etwas nicht Alltägliches, von daher gehört eine Portion Selbstbewusstsein dazu, seine Band ACOUSTIC REVOLUTION zu nennen, umgekehrt sollte man dann natürlich auch in der Lage sein, zu liefern, ansonsten wird es peinlich. Geliefert hat dieses Trio aus Hamburg in der Vergangenheit bereits drei Studioalbum, ebenfalls zu Buche stehen hat man den Deutschen Rock- und Poppreis (2011) sowie eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der so genannten Hitschmiede Valicon auf dem Album „Ramble & Roam".

Und obgleich ich gerne über die Tellerränder der diversen Genres hinwegblicke, höre ich im Zuge der vierten Studioplatte „Finally Folk" zum ersten Mal von der Band, also eine größere Bekanntheit oder Charterfolge konnte man bis dato noch nicht feiern. Der Albumtitel gibt dabei zudem einen guten Einblick in die musikalische Ausrichtung des Trios, es hat irgendetwas mit Folk zu tun, es gibt auch Pop-Elemente, einige meist nervige Bluegrass-Parts, etwas Countrymusik und sogar ein ganz klein bisschen Rock.

Eine Liste der verwendeten Instrumente findet man leider nicht im Booklet, aber akustische Gitarren, Mandoline, Banjo, Kontrabass und diverse Percussions stehen hoch im Kurs, „Finally Folk" ist angeblich auf das Wesentliche reduziert, kann man so stehen lassen. Die musikalische Qualität des norddeutschen Trios ist allerdings etwas schwankend, was aber natürlich auch damit zusammenhängen kann, dass ich mit Irish Pub Nummern wie „Let's Drink On The Times Long Past", „The Irish Sky" (als Instrumental im ersten Drittel des Albums irgendwie deplatziert) oder „Sing With Us" nur wenig anfangen kann.

Auf der anderen Seite stehen die dezent selbstironischen Songs wie „Life 2.0" und „Not In The Mood", die nicht weltbewegend sind (also nichts von Revolution), aber zumindest ganz cool rüberkommen. Und dann gibt es da noch zwei, sagen wir mal nicht schlechte, Coverversionen von zwei Songs, die im Original schon ganz großartig sind. „Here Comes The Rain Again" (EURYTHMICS), das eigentlich von einer Frau gesungen werden müsste und „Warriors Of The World" (MANOWAR), das auch für den Hard & Heavy Fan hörbar ist, hat in dieser akustischen Form natürlich etwas von VAN CANTO.

„Finally Folk" hat mir anfangs nicht besonders gut gefallen, vor allem weil man teilweise auch bei den Eigenkompositionen das Gefühl hat, es mit einer Coverband zu tun zu haben, aber nach ein paar Hördurchgängen legt sich dieser Eindruck und man findet hier ein entspanntes, solides Album für entspannende Sommersonntage, auch weil der Sänger des Trios, Tom Logan, über eine angenehme, unaufdringliche und trotzdem kräftige Stimme verfügt. (Maik)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 46:03 min
Label: Neo-Wannsee Records/Sony
Veröffentlichungstermin: 19.06.2015

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