KingParrot DeadSetSie sind erst seit 2012 im Gespräch, aber das schon recht heftig, nachdem bekannt wurde, dass hier auch ein Phil Anselmo seine Finger im Spiel hat und sogar die aktuelle Scheibe in seinem "Nodferatu Lair" eingespielt und vom Meister persönlich produziert wurde. Nun, für mich ist das Label Anselmo nicht (mehr) unbedingt ein Garantiestempel für guten Inhalt, aber bei dieser Band muss ich doch mal ein wenig Bewunderung zeigen.
Die Rede ist von KING PARROT, die in den USA über Housecore Records vertrieben werden und hierzulande auch mit Agonia Records ein Zuhause gefunden haben. Nach ihrem Erstling " Bite Your Head Off" und einer vorangegangenen EP können die Inselkontinentler nun bestimmt mit dem Nachfolger "Dead Set" weltweit Fuß fassen, nicht nur wegen des Namedroppings, sondern auch wegen ihrer bisher recht eigen- und einzigartigen Melange aus Grind, Crust, Punk und Thrash.

Diese klingt nicht nur frisch und innovativ, sondern vereint auch Musikstile, die scheinbar gar nicht so recht zusammenpassen sollen. KING PARROT beweisen das Gegenteil mit einem starken knapp 36-minütigen Werk, das nur so überquillt vor Abwechslungsreichtum und Chaos. Der markante Wiedererkennungswert liegt allerdings bei Sänger Youngy, der die Herkunft des Bandnamens erklärt. Seine Stimme klingt zumindest mal so schrill wie die eines Papageis, was auch direkt an die hohen Screams von MACABREs Sänger Corporate Death erinnert. Eine Band namens HATEBEAK hat ja sogar ein komplettes Album von einem echten Papagei "einsingen" lassen, was zwar auch außergewöhnlich, aber nicht gleichermaßen hörenswert war. Dieses wahnwitzige Geschreie von Youngy zehrt allerdings auch an den Nerven des geneigten Zuhörers, wenn auch nicht im ganz negativen Sinn, sondern bewusst provokativ. Aber anstrengend macht es die Angelegenheit dennoch, wenn man, in der Mitte des Albums angelangt, erst mal eine Verschnaufpause machen muss, zumal die restliche Musik auch nicht gerade in den Bereich Easy Listening gehört.

Dennoch klingt es nach 100% Spaß mit ebenso großer Seriösität, und was man sich live so berichtet, kann das einfach kein schlechtes Unterfangen sein. Ich höre mir die Platte zwar selten am Stück an, aber dennoch sehr oft, weil sie einfach frisch und fluffig klingt, anders als die anderen Produktionen und dennoch mit nostalgischem Einschlag, denn hier haben mehr 80er und 90er Jahre als Reminiszenz herhalten müssen als die Moderne oder gar Postmoderne. Ein sattes Album, das ich gerne mal in der Livesituation erleben möchte. Das kann auch nicht sehr lang dauern, denn KING PARROT machen sich gerne auf den Weg, um ihren Wahnwitz auf dem Erdball zu verteilen. Na dann mal los! (Jochen)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 35:58 min
Label: Agonia Records
Veröffentlichungstermin: 15.05.2015

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