prong songsfromtheblackholeWas macht eine Band, wenn sie unbedingt ein neues Album veröffentlichen will oder gar muss, aber nicht genügend neues Material dafür in der Hinterhand hat? Genau, sie veröffentlicht entweder ein Best-Off Album oder auch immer wieder gerne genommen eine Scheibe mit Coverversionen von Songs, die die eigene Musik beeinflusst haben. Nun kann man natürlich über den Sinn und Zweck eines solchen Werks vortrefflich streiten, aber legitim ist eine solche Veröffentlichung auf alle Fälle. Schon alleine unter Berücksichtigung des Umstandes, dass jeder Mensch, der irgendwann einmal ein Instrument in die Hand nimmt oder mit dem Singen anfängt zuerst einmal nicht anderes tut als die Stücke seiner Vorbilder nachzuspielen oder nachzusingen.

Unter diesem Aspekt hat auch „Songs From The Black Hole", das neue Werk von PRONG, durchaus seine Daseinsberechtigung. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass „Third From The Sun", der wohl bekannteste Song der Band, gar nicht von PRONG stammt sondern von der aus San Francisco stammenden Post-Punk Band CHROME.

Bedenkt man den musikalischen Werdegang von vor allem Frontmann Tommy Victor, so erwartet man auf „Songs From The Black Hole" natürlich zuallererst Cover von diversen Punk oder auch Hardcore Legenden. Und diese werden einem hier mit „Doomsday" von DISCHARGE, „The Bars" von BLACK FLAG und „Banned In D.C. von BAD BRAINS auch geboten, aber bei den hier enthaltenen 10 Kompositionen sind auch Nummern vertreten, die man nun nicht gerade von einer Combo wie PRONG erwarten würde. Wobei „Vision Thing" von SISTERS OF MERCY oder „I Don't Want To know If You're Lonely" von HÜSKER DÜ an und für sich ja schon recht ungewöhnlich sind, den Vogel schießen Tommy Victor (Gitarre, Gesang), Jason Christopher (Bass) und Art Cruz (Schlagzeug) jedoch bei der finalen Nummer der Scheibe ab. Covern sie doch mit „Cortez The Killer" allen Ernstes eine Nummer von NEIL YOUNG, wobei sich Victor hier gesanglich gar nicht mal so schlecht schlägt.

Natürlich merkt man „Songs From The Black Hole" an, dass hier ganz offensichtlich Lieder ausgesucht wurden, die zur Stimme von Tommy Victor passen. Denn, dass der Mann nicht gerade der beste Sänger unter der Sonne ist, weiß man ja nicht erst seit gestern. Nichtsdestotrotz zieht er sich hier recht ordentlich aus der Affäre und bei „Cortez The Killer" sorgt er sogar für eine echte Überraschung. Die Nummer hätten ihm nur die Wenigstens so zugetraut. Drum sei „Cortez The Killer" neben „Kids Of The Black Hole" und „I Don't Want To Know If You're Lonely" auch als Anspieltipp genannt.

Letztendlich bleibt festzustellen, dass PRONG mit „Songs From The Black Hole" eines der besseren Coveralben gelungen ist. Nichtsdestotrotz dürfte diese Veröffentlichung eher für langjährige Fans der Band interessant sein. Einsteiger greifen dann doch besser zu „Beg To Differ". (Matthias)

Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 42:10 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 27.03.2015

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