contracrash thykingdomcome„C'est La Vie", dieses Motto passt prima auf die Band CONTRACRASH aus dem Schwabenländle. In 2004 gegründet, stand der Band spätestens mit dem Auftritt auf dem Bang Your Head Festival 2008 alle Türen offen, um ein Jahr später mit dem Debütalbum „Goddamn Planet" und ihrem zeitgemäßen modernen Metal, der zum Glück niemals in die reine Metalcore Ecke abdriftet(e) erfolgreich durchzustarten, aber irgendwie kam wie so oft alles anders. Die Band brach nahezu komplett auseinander, von der Ursprungsbesetzung ist nur noch Matt Carviero übrig, der mit neuen Mitstreitern nun versucht mit Album Nummer zwei die Band nach vorne zu bringen.

Immerhin kann man sich trösten, dass man 2009, 2013 und 2014 Preise des Deutschen Rock- und Pop Musikerverband einheimsen konnte, was die Frage aufdrängt, ob dort Entscheidungen wirklich nach demokratischen Gesichtspunkten zustande kommen. Wie auch immer, die Band hat sich jedenfalls alle Mühe gegeben, um mit ihrem zweiten Album „Thy Kingdom Come" Staub aufzuwirbeln.

Die Platte ist nicht nur fast 70 Minuten lang, sondern erscheint auch als limitierte Edition mit einem 40 seitigen Booklet, welches die apokalyptische Story, die sich in drei Akte aufteilt, visuell umsetzt. Musikalisch bieten CONTRACRASH hier das volle Programm, „Thy Kingdom Come" ist enorm abwechslungsreich und pendelt konstant (ok, ein Widerspruch in sich) zwischen Tradition und Moderne, zwischen Hard Rock und Modern Thrash/Groove Metal, da das scheinbar nicht aussagekräftig genug ist, verwendet die Band selber den Begriff „Epic Action Metal". Nun ja, soll wohl verdeutlichen, dass hier einiges passiert.

So weit so gut, die Sache hat einen ganz entscheidenden Haken, für meinen Geschmack bleibt von den zwölf Songs lediglich die Ballade „With Fingers Crossed" wirklich im Gedächtnis hängen, der Rest ist nicht schlecht, man wagt sich sogar an ein 20 minütiges Epos heran, sowas kennt man sonst nur von Progressive Rock/Metal Bands. Der Hörgenuss leidet darunter erheblich, denn es gelingt CONTACRASH bei allem Bemühen um Abwechslung (ein großes Plus von „Thy Kingdom Come") nicht dauerhaft die Spannung im oberen Bereich zu halten. Hier wäre „weniger ist mehr" definitiv der bessere Weg gewesen.

Trotzdem kann ich „Thy Kingdom Come", das in der ersten Albumhälfte noch weitere starke Songs bereithält, allen empfehlen, die es sich leisten können, ein Album intensiv und aufmerksam zu hören, als Nebenbeijournalist ist das nicht immer so einfach. (Maik)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 67:18 min
Label: Rockwerk Records
Veröffentlichungstermin: 23.01.2015

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