eskimocallboy crystalsESKIMO CALLBOY sind so etwas wie das RTL II der Metalszenerie, niveaulos bis ins kleinste Detail, die Band braucht eigentlich keine Sau, sie gibt es trotzdem und mit der aktuellen Platte „Crystals" werden sie vermutlich endgültig im Mainstream ankommen, auch wenn man bereits mit dem Albumvorgänger „We Are The Mess" eine Top 10 Platzierung ergattern konnte. Man kann diese Truppe aus NRW als ein weiteres Beispiel dafür ansehen, dass man mit „scheiße" viel Geld scheffeln kann, man kann dieser seltsamen Formation aber einfach auch ganz entspannt begegnen mit dem Wissen, dass sich in zehn bis fünfzehn Jahren die eingangs erwähnte Sau eh nicht mehr an diese Band erinnern wird.

Akzeptieren wir also, dass es nicht nur hierzulande eine große Zielgruppe für diese Art des Partymetals gibt, die sich als eine bunte Mixtur aus Metalcore, Electronic/Techno, New Rock, Hip Hop und Pop heraus"crystal"lisiert (sorry für dieses schlechte Wortspiel). Der Metalcore ist dabei das Fundament und man bedient wirklich alle Klischees, die man von dieser Spielart kennt, gleiches lässt sich auch über die „Lyrics" sagen, die das selbstgegebene Partyimage in etwa so sehr ausreizen wie es MANOWAR oder POWERWOLF mit ihren True Metal handhaben. Dieses dümmliche „Let's party, get naughty! So baby rock your body!" kann man ESKIMO CALLBOY also noch nicht einmal vorwerfen...

Von der Qualität der hier enthaltenen Songs bin ich, der sich erst- und vermutlich auch letztmals mit ESKIMO CALLBOY beschäftigt, allerdings ernsthaft enttäuscht. Ok, die erste Single „Best Day", die stark von den frühen LINKIN PARK inspiriert ist und die, wenn auch nur kurz, als Gaststar SIDO featured (oder ist es umgekehrt), ist ganz großartig und ein Paradebeispiel dafür, wie man moderne Rockmusik produziert. Auch „2 Fat 2 Furious" geht richtig gut ins Ohr und das Titelstück bietet durchaus so etwas wie Abwechslung im Einheitsbrei, der Rest des Albums verdient hingegen kaum namentliche Erwähnung und das ist dann doch etwas dürftig. Mit dem einminütigen Pianooutro „Closure" versucht man sich dann schlussendlich doch noch an so etwas wie Kunst, das kurze Lärmmonster „F.D.M.D.H." hingegen ist einfach nur peinlich.

Zwei persönliche Erkenntnisse bringt „Crytsals" darüber hinaus noch zu Tage, ich hätte nicht erwartet, dass ich irgendwann wieder N SYNCs „Tearing Up My Heart" (einer der fürchterlichsten Songs der Neunziger) begegnen würde und zweitens macht STEVEN WILSONs aktuelles Meisterwerk „Hand. Cannot. Erase" nach dem Hören von „Crysals" gleich noch viel mehr Freude. (Maik)


Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 39:30 min
Label: Airforce 1 Records
Veröffentlichungstermin: 20.03.2015

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