blackstarriders thekillerinstinctEs gibt Bands, Projekte oder kurzfristige Zusammenarbeiten, als aus THIN LIZZY eine neue Formation hervor ging, hätte ich auf deren langfristigen Zusammenhalt nicht allzu viel gesetzt. Zu groß waren doch die bedenken, dass man einfach nur die Unkenrufe verstummen lassen und endlich mit neuem Material aufwarten wollte. Doch nach reichlich Touraktivitäten, bei denen ausgiebig Songs vom Debüt „All Hell Breaks Loose" gespielt wurden, schieben die BLACK STAR RIDERS nach weniger als zwei Jahren ein zweites Werk hinterher. Nun kann man wirklich anfangen die Truppe ernst zu nehmen, auch weil sie ankündigten, sich vom starken LIZZY-Einschlag zu befreien. Ob das Unterfangen mit „The Killer Instinct" gelingt, lest ihr hier.

Am Ende könnte man teilweise bejahen, doch zu Beginn sieht es gar nicht danach aus. Setzte es beim Debüt erst beim zweiten Song die typischen doppelten Leadgitarren, so steigt hier bereits der titelgebende Opener damit ein. Nicht nur die Sechssaiter atmen immer noch viel vom Geist der dünnen Lizzy, auch die Riffs und Melodielinien sprechen eine deutliche Sprache. Was aber auffällt ist der etwas dunklere, zeitgemäßere Ton, mit dem die Fünf hier zu Werke gehen, ähnlich wie Frontmann Ricky Warwick später bei seiner alten Combo THE ALMIGHTY.
Wenn sie sich also nicht stilistisch von ihrem Erbe befreien können, so versuchen sie es nun über das Soundgewand. War „All Hell Breaks Loose" von Kevin Shirley mit dessen unverkennbarer druckvollen und direkten, aber eher traditionellen Produktion veredelt worden, gibt man sich hier einen Touch moderner. Verantwortlich hierfür ist Nick Raskulinecz, der schon RUSH den Weg ins 21. Jahrhundert wies. Die treibende Kraft dahinter dürften Warwick und der zweite Gitarrist Damon Johnson gewesen sein, die auch mehr Songwritinganteile von Scott Gorham bekommen haben.

So gibt es im weiteren Verlauf ein paar mehr Querverweise auf Warwicks Vorgeschichte, vieles klingt einen Tick aggressiver und rauer als beim Erstling. Die irischen Einflüsse sind weiterhin vorhanden, doch die schunkelnden Folkelemente in „Soldiertown" werden immer wieder mit wilden Shouts aufgepeppt, was ein wenig an die POGUES erinnert. "The Killer Instinct" hat in Songs wie "Finest Hour" mehr von dieser lässigen Rotzigkeit, welche ihr Frontmann ausstrahlt, die ja auf dem Vorgänger nur beim Opener zum Vorschein kam. Mit diesem hatte man aber einen Hit am Start, den man hier nicht findet.
Den modernen Anstrich findet man auch in "Through The Motions", bei dessen Riffing die beidseitigen Backgrounds am besten vermengt werden. Dass die Wurzeln des Sängers auch im Punk liegen, zeigt das ruppige "Sex, Guns And Gasoline", dessen Riffs so auf "Powertrippin´" von seiner alten Formation haufenweise zu finden waren. Auf diesem lieferte er mit "Jesus Loves You, But I Don´t" den Beweis, dass er sich auch im ruhigen Fach auskennt. Eine waschechte Ballade war auf "All Hell Breaks Loose" nicht zu finden, "Blindsided" trägt auf dem Zweitwerk deutlich Warwicks Handschrift.

So schafft man es doch, sich ein wenig vom engen Korsett der Vorgängerband zu befreien, ohne diesen Ursprung zu verleugnen. Die Doppelleads kommen am Ende nicht mehr so oft vor, und wenn, dann eher in dramatischer Stimmung wie bei "Turn In Your Arms". Wenn der THIN LIZZY-Bezug ausbleibt haben sie ihre stärksten Momente, "The Killer Instinct" klingt schlüssiger und homogener, die Fünf haben sich als Band mehr gefunden. Auch wenn die Kompositionen runder wirken, fehlt aber am Ende der überragende Titel. Nimmt man die BLACK STAR RIDERS jedoch als Nachfolger der Legende um Phil Lynott, dann sind sie gegenüber anderen Bands ihres Alters gut im Rennen. (Pfälzer)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 46:31 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 20.02.2015

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