waltari youarewaltariSeit Jahren schon schleiche ich um WALTARI wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei. Und irgendwie bin ich nie dazu gekommen, auch mal was vom Brei zu kosten. Und jetzt hat es sich nunmal so begeben, daß ich endlich die Gelegenheit habe, mal mit dem großen Löffel vom Brei zu kosten. Und wenn sich Gelegenheiten bieten, dann sollte man auch zugreifen und das habe ich getan.

Und ich sage es schon gleich vorweg: Ich habe es nicht bereut. Daß WALTARI anders sind als anderer Leute Kinder, das ist ja hinlänglich bekannt. Und das wird auch auf dem neuen Album „You Are Waltari“ ausgiebig zelebriert. Zu den Aufnahmen hat man sich einige ehemalige Mitglieder und auch andere Gäste eingeladen. Ja, man geht sogar soweit, den Status „Band“ ganz auszuhebeln und hat jeden Song in einer anderen Besetzung eingespielt. Insgesamt haben 10 Leute an den Aufnahmen des Albums mitgewirkt.

Und da auch alle fleißig beim Songschreiben helfen durften und dabei natürlich auch jeder seine persönlichen Einflüsse einbringen konnte ist ein herrlich vielseitiges Album entstanden. Manch einer möchte es vielleicht auch chaotisch nennen. Doch WALTARI besitzen die Kunst, auch scheinbar unvereinbares zu vereinen und auch aus vielen unterschiedlichen Einflüsen Songs mit Hitpotential zu schreiben, die sofort ins Ohr gehen („z.B. „Keep It Alive“, „Singular“).

Sei es jetzt der Opener „12“, der zu Beginn etwas an die australischen Progger VOYAGER erinnert, sich aber im Refrain nicht zwischen BILLY TALENT und BAD RELIGION entscheiden kann, oder „Keep It Alive“, das auch gerne als Elektropop-Nummer durchgehen könnte und das einen herrlichen DEPECHE MODE-Vibe versprüht. Oder „Strangled“: Elektro meets Humppa meets Rap meets Death Metal. Und ja, das klingt richtig geil.

Das finnische „Maailma“ klingt wie deutsche Bierwerbung, die dank Mundharmonika fröhlich vor sich hinswingt. „The Only Truth“ hat Buschtrommeln eingeladen und daneben stehen schöne Metalsongs wie „Tranquality“, gerne auch mit schrägen Sounds garniert. Dazwischen gibt es auch gerne mal Screams, Growls, Geschrammel und richtig harte Gitarren. Ein wirklich wildes Durcheinander hat sich hier versammelt, das durch das akustisch angehauchte „Televisor“ und die eingängige Poprocknummer „Digging The Alien“ abgeschlossen wird.

WALTARI schaffen es auf meisterhafte Weise, all diese unterschiedlichen Einflüsse und Stile zu vermischen und dabei auch noch wirklich hörbare Songs, ja richtige Ohrwürmer zu schreiben. Zugegeben, das hier ist keine leichte Kost. Und wer das Hören bestimmter Musikspielarten für sich per se ausschließt, der wird es hier wirklich schwer haben. Aber wenn man offen ist für musikalische Spielarten abseits des Metal und auch gerne mal progressiv angehauchtes, experimentelles Material hört ohne daß es zu frickelig wird, der ist hier genau richtig und findet eingängiges, aber auf seine Art und Weise doch geordnetes Chaos. Ich mag dieses Album und bin mir sicher, daß es noch so manche Runde in meinem Player drehen wird. (Anne)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 50:45 min
Label: Rodeostar Records/SPV
Veröffentlichungstermin: 27.02.2015

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