beyondtheblacksongsofloveanddeathAls großer Anhänger von „Female-Fronted" Bands, ganz egal ob diese jetzt Gothic, Symphonic, Progressive oder Death Metal spielen, wundert es mich nicht, dass mir aktuell auch BEYOND THE BLACK richtig gut abgehen. Und nicht nur das, die Band aus Norddeutschland katapultiert sich mit ihrem Debütalbum „Songs Of Love And Death" ohne Vorwarnung an die Spitze der nationalen Szene und ist auch nur minimal schlechter als die große internationale Konkurrenz aus den Niederlanden und/oder Skandinavien.

Fangen wir mit dem Negativen an diesem Album an, dann muss man attestieren, dass es BEYOND THE BLACK momentan noch an einer originär eigenen Identität fehlt. Man klaut nicht, lässt sich aber deutlich inspirieren von WITHIN TEMPTATION, AMARANTHE, NIGHTWISH, AMBERIAN DAWN, EVANESCENCE und noch einigen anderen. Ja man kann sagen, dass BEYOND THE BLACK nacheinander so ziemlich alles, was das Bombast-Metal Genre so ausmacht, in einen Topf werfen, was dazu führt, dass sie zumal modern, mal richtig heavy, dann wieder zerbrechlich oder episch-bombastisch klingen, und eine gewisse Pop-Affinität lässt sich natürlich auch nicht von der Hand weisen.
Wer sich auch nur einigermaßen intensiv mit „Songs Of Love And Death" beschäftigt, wird schnell vor Augen haben, vom wem sich BEYOND THE BLACK haben inspirieren lassen.

Zugleich wirkt „Songs Of Love And Death" für ein Debütalbum einer bis dato kaum in Erscheinung getretenen Formation fast zu gut produziert, unter anderem war Sascha Paeth (AVANTASIA, KAMELOT) bei den Aufnahmen beteiligt. Diese Tatsache und dass hinter dieser Band nicht nur ein großes Label (Universal Music), sondern auch indirekt die Wacken Foundation steht, hat bereits den ein oder anderen Neider auf den Plan gerufen, aber dafür können die sechs Musiker relativ wenig; ich denke, sie versuchen einfach die Chance zu nutzen, die sich ihnen gerade bietet.

Man kann das alles jetzt überbewerten und BEYOND THE BLACK für eine unnötige Kopie halten. Man kann aber auch die Qualität der Musik entdecken und anerkennen, denn neben dem hervorragenden Sound passt auch das Songmaterial über die komplette Spielzeit. Jeder der zwölf Songs ist für sich genommen gelungen und bietet genügend Besonderheiten, so dass „Songs Of Love And Death" im Laufe der Zeit nicht langweilig, sondern sogar noch besser wird, so dass meine Euphorie, die bereits nach dem ersten Hördurchgang da war, enorm gestiegen ist. Den einzigen Song aus dem Dutzend, den ich herausheben möchte, ist übrigens kein eigener der Band, sondern das abschließende "Love Me Forever", mit dem man beweist, dass man aus einer MOTÖRHEAD Nummer auch eine waschechte Piano-Power-Ballade zaubern kann.

Hervorheben möchte ich außerdem die Arbeit der beiden Gitarristen, die männlichen Musiker der Band werden namentlich nirgends erwähnt, das ist etwas seltsam, die einige hörenswerte Soli parat haben, die es sonst nicht zu hören gibt, weil man Songs in ein striktes 3-Minuten Korsett presst oder zu viel Platz für den hymnischen Refrain benötigt wird. Auch das gibt es bei BEYOND THE BLACK, es gibt aber eben auch die andere Seite; dezent progressive (Melodic) Metal Songs mit einer Nähe zu SONATA ARCTICA oder KAMELOT.

Wie nicht anders zu erwarten, macht die 19-jährige Sängerin der Band (Jennifer Haben heißt sie), ihre Sache ebenfalls sehr ordentlich, ansonsten könnte man eine solche Band direkt vernachlässigen. In der Zukunft sollte sie probieren, etwas weniger nach Sharon Del Adel von WITHIN TEMPTATION zu klingen, „Songs Of Love And Death" passt auch deshlab jedenfalls von der Atmosphäre, von der Power und von der Ausrichtung her gut zwischen „The Unforgiving" und „Hydra" und verdient sich seine 8,5 Punkte redlich. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 56:22 min
Label: Airforce 1 Records/Universal Music
Veröffentlichungstermin: 13.02.2015

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