Kajiyama / Turner - Fire Without Flame Warum ist auf dem Cover des Albums "Fire WITHOUT Flame" eine Flamme zu sehen? Egal, auf dem Cover steht auch der Name JOE LYNN TURNER – und der spricht Bände, was den Hardrock-Bereich angeht. DEEP PURPLE und RAINBOW sind nur zwei der hochrangigen Stationen seiner Karriere als Ausnahmesänger. Aber wer ist die zweite genannte Person? Akira Kajiyama? Mann? Frau? Manga-Monster? Nein, der Gute ist Gitarrist und arbeitet hier auf "Fire Without Flame" nicht zum ersten Mal mit Herrn Turner zusammen... ...sondern hat u. a. auch für die letzten Soloalben von Joe diverse Tracks geschrieben.
Und da, wo TURNER draufsteht, erwartet der bewanderte Hörer Hardrock der alten Schule – die eben angesprochenen RAINBOW waren hier wohl der prägendste Teil seiner Historie – und kaum sind die ersten Takte von "One Day Away" durch die Boxen gedrungen, fühlt man sich umgehend in die späte RAINBOW-Phase versetzt. Wer also mit Riffs á la Blackmore nicht viel anzufangen weiß, darf sich hier gerne verabschieden, alle anderen, die von der fast magischen Anziehungskraft erfasst wurden, werden an "One Day Away" ihre helle Freude haben – Gitarrist Akira Kajiyama erweist sich als wahres Wunderkind am Sechssaiter, so dass man gar den guten alten Ritchie durchklingen hört.
"Fire Without Flame" klingt zunächst vom Riff her wie ein geklautes "Highway To Hell" – fährt aber danach direkt wieder die RAINBOW-Schiene – erstaunlich, dass Mr. Turner auch heute noch stimmlich so gut zu Wege ist wie auf Alben wie „Bent Out Of Shape“ von 1983. Dazu kommt die glasklare filigrane Gitarrentechnik Kajiyamas – der zudem (laut Infoblatt) ohnehin "all instruments" übernimmt.
Der Titeltrack fräst sich jedenfalls mit seinem Refrain direkt in den Gehörgang und sorgt sicher für den ein oder anderen Ohrwurm. Mal lassen es die beiden etwas zügiger angehen – so bei "Survival" oder auch "End Of The Line" – aber genau so zeigen sie mit Balladen wie "Heart Against Heart", dass sie auch ruhigere Nummern gekonnt einspielen und arrangieren können. Joe´s einzigartige Stimme ist sicher nicht ganz unschuldig daran, dass auch die seichten Passagen noch hinreichend kraftvoll erscheinen.

Insgesamt präsentiert sich auf "Fire Without Flame" eine ausgewogene Mischung straighter Rockgranaten und Nummern zum entspannten Mithören – als da wäre z. B. "Forever Changed" (ein weiteres Mal befleißigt sich Akira des typischen Blackmore-Rainbow-Sounds) – oder das zwar vom Tempo gemäßigte, aber recht druckvoll inszenierte "Bad Feeling".

In der zweiten Hälfte des Albums lassen es Turner und Kajiyama deutlich flotter angehen – so erreicht "Looking For Trouble" im Rahmen des Möglichen neue Geschwindigkeitsrekorde und rockt straight vor sich hin; "Down And Dirty" macht in selber Manier nahtlos weiter. Joe Lynn Turner überzeugt durchweg mit stimmlicher Brillanz und das Songwriting ist perfekt auf seine Fähigkeiten abgestimmt. "License To Kill" ist ein weiterer Kracher vor dem Herrn und auch "Slow Burn" ist alles andere als "slow" – nämlich eine wahre Riffgranate, die doch deutliche Analogien zu DEEP PURPLE's Namensvetter "Burn" aufweist – und der hat immerhin schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel.

Auf satte 53 Minuten Spielzeit bringt es "Fire Without Flame" – viel zu wenig für ein Album diesen Kalibers. Hier wird klassischer Hard Rock zelebriert, den die "Originale" nicht hätten besser hätten hinbekommen können. Lob und Anerkennung für den Mut, auch in 2006 den Stil noch so unverfälscht hochzuhalten und dennoch zeitgemäß rüberzukommen.

Anspieltipps: "Fire Without Flame", "License To Kill", "Slow Burn"

Bewertung: 8,5 / 10

Veröffentlichungstermin: 26.05.2006

Spielzeit: 53:10 min
Anzahl der Songs: 11
Label: AOR Heaven

(Naglagor)
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