magnum OnChristmasDayDie Zeit der Besinnlichkeit ist ja nicht unbedingt Rock´n´Roll. Das ändert nichts daran, dass viele Rockmusiker bereits einen Weihnachtssong oder gar ein komplettes Album aufgenommen haben. Olly Hahn von SPV trat mit der Bitte nach einer solchen Nummer an MAGNUM heran, deren typisch getragene Stimmung passt ja auch perfekt zu dem Thema. Da erinnerte sich Mastermind Tony Clarkin an einen solchen Titel, den er für das sträflich unterbewertete "Rock Art"-Album aufgenommen hat. Der gefiel Hahn, so dass ihn die Band für eine Single neu aufgenommen hat, die vor kurzem veröffentlicht wurde.

Das Lied behandelt einen Weihnachtstag im ersten Weltkrieg, als sich deutsche und englische Soldaten aus ihren Schützengräben gegenseitig Wünsche schickten. Das ging soweit, dass sie diese irgendwann verließen, um sich im Niemandsland dazwischen zu treffen, sich auszutauschen und sogar Fußball zu spielen. Als Beweis ist auf dem Innencover ein Zeitungsausschnitt, der das damalige Wunder belegt. Eigentlich ist es kein Wunder, sondern einfach Menschlichkeit in den Wirren eines sinnlosen Krieges. Auch heute geben wieder Soldaten ihr Leben her, für Dinge, die man einfach so regeln könnte, und sei es bei einem Fußballspiel.

Das Kernstück dieser Single gehört zu den stärksten Kompositionen, die je aus der Feder von Clarkin kamen. Nach einem typischen Intro beginnt die Strophe ruhig vom Piano begleitet, um dann zu einem dieser hymnischen, weiten Refrains anzuschwellen. Nach einer kurzen Soloeinlage kommt die großartige Bridge, die ihre Energie erst zurück hält, um dann in einem weiteren Chorus zu explodieren. Flankiert von Leadfills und von einem weiteren gefühlvolleren Solo durchschnitten, wirkt der Part fast wie ein weiterer Song innerhalb des Liedes, um dann zum Ende hin wieder in den ursprünglichen Refrain überzugehen.

Die digitale Single enthält noch Radioversion davon, welche deutlich kürzer ist als die epische Originalversion. Hier werden die Ausmaße erst deutlich, wenn man einfach das Intro, einige Refrainwiederholungen, eine komplette Bridge und ein Solo weg streichen kann, ohne dass der Song darunter leiden würde. Thematisch passte da auch noch ein anderer fast vergessener Titel dazu, "Born To Be King" war seinerzeit nur Bonustrack auf "Goodnight L.A." und wird als B-Seite neu aufgelegt.
Er passte mit seiner sehr klassischen Ausrichtung wohl nicht so recht zu dem härteren und gleichzeitig poppigeren Material, mit dem man damals den Durchbruch auf dem US-Markt zwingen wollte. Die schweren Synthesizer erinnern an "Vigilante" oder "All England Eyes", die Chorgesänge in der Mitte waren eher ungewöhnlich, während am Ende Gas gegeben wurde. Bleibt vielleicht zu hoffen, wenn diese Single erfolgreich wird, dass dann SPV das "Rock Art"-Album noch einmal neu auflegen. (Pfälzer)

Bewertung: - / -

Anzahl der Songs: 3
Spielzeit: 17:07 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 17.11.2014

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