cavaleraconspiracy pandemoniumDie Gebrüder Cavalera und ihre Musik begleiten mich schon seit meiner Jugend. Umso erfreuter war ich als Max und Iggor nach langer Funkstille 2007 wieder zusammenfanden, um unter dem Namen CAVALERA CONSPIRACY fortan wieder gemeinsam Musik zu machen. Mit „Pandemonium" erscheint nun das bereits dritte Album von CAVALERA CONSPIRACY und hier lautet das Motto ganz klar „Back to the Roots". Denn während Max zuletzt mit der neu formierten Allstar-Truppe KILLER BE KILLED ein sehr melodisches, aus meiner Sicht äußerst gelungenes, Debütalbum vorgelegt hat, lautete die Maxime bei „Pandemonium" offenkundig „Voll auf die Zwölf".

Dabei trafen Max Cavalera (Gesang, Gitarre), Iggor Cavalera (Schlagzeug), Marc Rizzo (Gitarre) und der neue Bassist Nate Newton (OLD MAN GLOOM, CONVERGE, DOOMRIDERS) eine ebenso mutige wie auch gewagte Entscheidung. Anstatt das Drittwerk der Band unter Regie eines Starproduzenten in einem sündhaft teuren Studio aufzunehmen, beschloss man das Album ohne Vorproduktion, ewig langes Herumtüfteln und sonstigen Schnickschnack in einem ganz normalen Wohnhaus einzuhämmern. Eine Art und Weise auf die die beiden Cavaleras zuletzt zu Zeiten der Frühwerke ihrer ehemaligen Band SEPULTURA aufnahmen. Alben, welche die Jungs damals auf geliehenen Instrumenten und auf engstem Raum innerhalb kurzer Zeit einspielten. Dementsprechend rau und ungeschliffen klingen dann auch die beiden ersten SEPULTURA Veröffentlichungen.

Auf „Pandemonium" versuchten CAVALERA CONSPIRACY nun einen ähnlichen Sound zu erreichen. So sind die 12 hier enthaltenen Songs das wohl brutalste und härteste Material, dass CAVALERA CONSPIRACY bisher aufgenommen haben. Davon zeugt bereits das schon seit geraumer Zeit veröffentlichte „Bonzai Kamikaze". Doch auch der Rest der Stücke steht dieser Nummer in nichts nach. Harmonien oder Grooves wird man auf dieser Scheibe vergeblich suchen. Stattdessen ist hier von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas angesagt. Ein eigentlich begrüßenswerter Zustand.

Allerdings, und das muss man hier ganz deutlich sagen, nur eigentlich. Eins haben CAVALERA CONSPIRACY nämlich bei allem Spaß, den sie bei den Aufnahmen hatten und selbst bei Max Cavaleras verständlichem Wunsch Dampf abzulassen, offenbar vergessen und zwar, dass es letztendlich immer noch um die Songs geht. Denn wirklich gute Songs sind auf „Pandemonium" rar gesät. Außer „Babylonian Pandemonium", „Not Losing The Edge" und dem von Nate Newton gesungenen „The Crucible" bleibt hier nichts weiter hängen.

Was der Gruppe jedoch noch einiges an Diskussionen einbringen wird ist der – ich versuche es einmal möglichst diplomatisch auszudrücken – „gewöhnungsbedürftige" Klang der Scheibe. Zwar betraute man John Gray (SOULFLY) mit den Aufnahmen, dennoch klingt das Endergebnis als hätte hier überhaupt keine Produktion stattgefunden. Irgendwie erinnert mich „Pandemonium" vom Sound sehr stark an „Morbid Visions" von SEPULTURA. Dermaßen zurück zu den Wurzeln hätte man dann, für meinen Geschmack, auch nicht gehen müssen.

Fazit: Für alle Anhänger des Old-School-Thrash dürfte „Pandemonium" ein gefundenes Fressen darstellen. Soundfetischisten sollten jedoch einen großen Bogen um die Scheibe machen. (Matthias)

Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 49:10 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 31.10.2014

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