Sister Sin - Black LotusAls ich die Schweden SISTER SIN vor ungefähr neun Jahren im Vorprogramm von W.A.S.P. erleben durfte, haben sie mich regelrecht weggeblasen. Auch heute habe ich das Konzert gut in Erinnerung, was mitunter daran liegen mag, dass die meisten Vorbands keinesfalls so besonders sind. Nach dem damaligen Gig war ich so hin und weg von dieser grandiosen Show, dass eine langjährige Beschäftigung mit MÖTLEY CRÜE und Konsorten folgte. Damals gab es von SISTER SIN noch kostenlose Promo-CDs, worauf sich solch grandiose Nummern wie „The Pusher", „State Of Mind" und „Eye To Eye" befanden. Leider konnten mich bisher die darauf folgenden Studioalben nie so richtig überzeugen, und auch mit „Black Lotus" scheint dies nicht zu gelingen.

Beim damaligen Konzert gefielen mir zum einen die unglaubliche Stimmung und Animation des Publikums, zum anderen die gut mitzusingenden Texte und grandiosen Hooklines. Dass die rohe Liveenergie einer Band nur schwer einzufangen ist, ist zu entschuldigen, dennoch fehlen mir auf „Black Lotus" ebenjene Hooklines, die für ordentlich Spaß sorgten, auch auf „Switchblade Serenades" fehlten mir diese bereits. Beides sind keine schlechten Alben, aber ich habe SISTER SIN anders kennen gelernt, eventuell fällt es mir daher etwas schwerer, mich mit den Alben anzufreunden.
Die Songs klingen nicht schlecht, aber sie gehen bei weitem nicht so gut in die Ohren wie damals „The Pusher". Auf „Black Lotus" gibt es zudem noch Keyboards zu hören, die offenbar etwas mehr Bombast in den Sound bringen sollen, etwas dass die Band meiner Meinung nach nicht benötigt. Viel eher sollten sie wieder diesen rotzigen Sound haben, der mir damals live um die Ohren schlug und mich total umhaute. Auch das Songwriting lässt meiner Meinung nach zu wünschen übrig, und es gibt einfach viel zu wenige Hooklines und Ohrwürmer auf „Black Lotus". Dieser Eindruck ändert sich auch nach dem gefühlt zehnten Durchlauf nicht. Soundtechnisch kann man nicht viel bemängeln, die Produktion ist amtlich und es gibt einen glasklaren Sound, doch das rettet das Album keineswegs.

Fans, die auf DORO und ein wenig Sleaze Metal abfahren, kann ich das Album getrost ans Herz legen. Allerdings sollte man die Erwartungen als reiner Sleaze-Fan nicht zu hoch schrauben. Seit diversen Besetzungswechseln sieht es für mich danach aus, dass sich SISTER SIN eher Richtung DORO als Richtung MÖTLEY CRÜE bewegen. Doch wer weiß, sollte die Band live in unseren Graden mal wieder zu sehen sein, werde ich sie mir auf jeden Fall noch einmal anschauen. Eventuell liegt das Problem ja einfach nur im Studio. (Pascal)


Bewertung: 5,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 27:00 min
Label: Soulfood
Veröffentlichungstermin: 31.10.2014

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