alestorm sunsetonthegoldenageEs ist wieder soweit: Die Piraten sind los. Bewarb man sein Tun vor einigen Jahren noch mit „Scottish Pirate Metal“, so nennt man den Stil heute „bacon powered pirate core“. Booze driven, vermute ich. Die eine Umschreibung ist so präzise wie die andere und so hat sich der Stil der Band auch - ungefähr gar nicht – verändert. Auch auf ihrem mittlerweile vierten Album „Sunset On The Golden Age“ setzen ALESTORM auf Bewährtes, wie chaotische Songs, versoffenen Gesang und man fragt sich so langsam ernsthaft, wie lange das so noch weitergehen kann.

Eigentlich mag ich solche Musik wie ALESTORM ja nicht besonders gerne, aber die Schotten (und der eine Ire, das will betont sein!) haben bei mir aus unerfindlichen Gründen einen Stein im Brett. Obwohl ich ja sagen muß, dass ich mir ihre Scheiben niemals alleine im stillen Kämmerlein anhören würde.

Das liegt unter anderem auch an den furchtbar komplizierten und anspruchsvollen Texten. Bisher verschrieb man sich auf jedem Album einer anderen Sorte Alkohol, hier ist man an dem Punkt angelangt, an dem es egal ist. Hauptsach' nin in de Kopp. So betitelt man den zugehörigen Song auch schlicht mit „Drink“ (Ach nee, später kommt ja noch ein Song über Met. Ich vergaß...). Und wiederholt dieses Wort im Song auch gerne das ein oder andere Mal (man beachte meine Untertreibung). Noch simpler im Text ist nur „Wooden Leg“, das außer diesen beiden Worten nur wenige andere braucht. Trotzdem, bzw. gerade deswegen, glaube ich, daß der Song live richtig gut ankommen wird.

Dennoch kann man ALESTORM nicht vorwerfen, daß sie sich unbeweglich im Kreis drehen. „Magnethic North“ zum Beispiel hat einen sehr schönen ENSIFERUM-Einschlag  und ist auch sonst ein verdammt eingängiger Song, der richtig Laune macht. Und hin und wieder (z.B. in „The Battle Of Cartagena“) darf auch mal der ein oder andere kleine Growl dabei sein. Oder auch Nintendo-Spiele-Sounds. Der moderne Seeräuber von heute steht eben auch auf Computerspiele.

„Quest For Ships“ vereint auf geniale Weise ALESTORM und „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ von Gottfried Wolters. Irgendwie halt. Vermutlich auch ohne Absicht und Kenntnis. Wirklich gut wird das Album eigentlich erst, wenn die Band mal schneller wird, die Keyboards etwas in den Hintergrund treten, und die Gitarren auch mal ran dürfen, wie bei „Mead From Hell“.

Gelungen ist aber auch das Cover von „Hangover“, im Original von TAIO CRUZ (ja, das ist gruselig, aber bei den Schotten klingt es viel besser als die Ursprungsversion) bei  dem ALESTORM zeigen, daß sie auch anders als chaotisch und fiedelig können und insbesondere Chris mit herrlich versoffener Stimme punkten kann. „Sunset On The Golden Age“, der Titelsong und mit über 10 Minuten auch das längste Stück des Albums, beschließt dann den munteren Reigen und obwohl man nun schon mehr als 30 Minuten ALESTORM hinter sich hat, wird der Song zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Man kann also sagen: Alles beim alten. Wer ALESTORM bisher nicht mochte, der wird sie auch mit diesem Album nicht mögen. Fans jedoch können voll und ganz zufrieden sein. Die Schotten haben genau das geliefert, was man als Fan erwartet. Leichte, beschwingte, eingängige, eigentlich auch recht simple Nummern, die man leicht mitsingen kann und die auf Konzerten oder Festivals ordentlich Laune machen und bei denen man so richtig die Sau rauslassen kann. Auch wenn die Band ihr Image, ihr Klischee immer weiter ausreizt, sie schaffen es doch immer wieder, daß man ihrer nicht überdrüssig wird. ALESTORM erheben sowieso nicht den Anspruch, besonders anspruchsvolle Musik zu machen. Die Band soll und will Spaß machen. Und das wird sie auch mit diesem Album erreichen. Von daher: Alles richtig gemacht. (Anne)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 48:34 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 01.08.2014

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