transatlantic kaleidoscopeWie schnell unsere ach so kostbare Zeit verfliegt, merkt man häufig auch daran, wie viele Jahre schon wieder zwischen zwei Veröffentlichungen einer Band vergangen sind. Im Falle der einzig wahren „Prog-Supergroup" seit der Jahrtausendwende liegen zwischen „The Whirlwind" (2009) und „Kaleidoscope" (2014) viereinhalb Jahre, die dem Autor dieser Zeilen als gar nicht so lange vorkommen. Ich kann mich jedenfalls noch sehr gut an die fantastischen, 3-stündigen, Shows erinnern, die TRANSATLANTIC auf der „The Whirlwind" Tour gespielt haben und natürlich habe ich auch meinen eigenen Kampf mit und um „The Whirlwind" nicht vergessen.

Besagtes Album, angelegt als ein aus zwölf Einzelteilen bestehender Longtrack, war damals eine komplizierte Angelegenheit und vermutlich wollten die Herren Morse, Trewavas, Stolt und Portnoy einfach zu viel, aber was bleibt einem auch anderes übrig, wenn die gesamte Szene ein Wunderwerk erwartet. TRANSATLANTIC sind mit „The Whirlwind" sicherlich nicht gescheitert, dafür hat das Album viel zu viele herausragende Momente, rückblickend betrachtet sehe ich das Album aber nicht mehr ganz so euphorisch wie damals; etwas, was man als Musikfan häufiger mitmacht.

Die Voraussetzungen vor und für „Kaleidoscope", das ein halbes Jahr nach Veröffentlichung sowieso schon jeder Interessierte in und auswendig kennt, sind da vergleichsweise einfach, die vier Musiker müssen sich nichts mehr beweisen und haben sich von den Fesseln eines Konzeptalbums befreit. Es mag zwar sein, dass „Kaleidoscope" über seine gesamte Spielzeit von 76 Minuten nicht besser ist als „The Whirlwind", insbesondere weil das den Titel gebende Stück einen etwas mäßigen und unoriginellen Eindruck hinterlässt, aber für mein Gespür und mein Gehör verbreitet „Kaleidoscope" deutlich mehr an Hörspaß und das direkt beim allerersten Hören.

Dafür sorgen überraschenderweise nicht die beiden Longtracks, wie gesagt das abschließende Titelstück ist nicht mehr als solide, es fängt mitreißend an, hört prima auf, aber zwischendurch (so zwischen Minute 15 und 25) verliert man sich im Nirgendwo eines melancholischen und ermüdenden Jams, nein es sind die drei kürzeren Nummern, die untermauern, dass Morse und seine drei Kollegen auch mit den bekannten Mitteln noch herausragende Songs schreiben können, die sicherlich nicht allen gefallen werden, weil sie zu poppig sind („Shine"), zu heavy („Black As The Sky") oder zu sehr nach dem Soloschaffen von NEAL MORSE klingen (die Pianoballade „Beyond The Sun).

Sie machen aber alle drei richtig gute Laune und auch der 25-minütige Opener „Into The Blue" ist nicht von schlechten Eltern, und vor allem von Anfang bis Ende spannend, weil wie es bei TRANSATLANTIC üblich ist, gewisse Motive immer wieder wiederholt werden und somit der rote Faden zu keinem Zeitpunkt verloren geht.

Die Gesamtbilanz verhagelt man sich, ich sage es jetzt zum dritten Mal, weil ich es einfach bei diesen vier Topmusikern nicht begreifen will, mit dem Schlusstrack, wobei es auch relativ egal ist, ob hier jetzt sieben, acht oder neun Punkte als Bewertung drunter stehen.

Viel wichtiger ist, dass TRANSATLANTIC nach wie dazu in der Lage sind, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen und wenn man sich vorstellt, was die Band innerhalb von zwei Wochen schafft, dann mag man sich gar nicht vorstellen wollen, zu was die vier gemeinsam in der Lage wären, wenn sie sich über Monate nur auf ein Projekt konzentrieren würden. (Maik)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 75:50 min
Label: Inside Out
Veröffentlichungstermin: 24.01.2014





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