butcherbabies goliathAls Musikjournalist, egal ob professionell tätig oder nicht, gehört es quasi zum Tagesgeschäft dazu, sich mit audibler Grütze zu beschäftigen, weil es Bands und Labels nicht begreifen wollen, dass manches besser ungehört bleibt. Wenn es sich in diesen Fällen um reine Hobbybands handelt, dann kann man da gut und gerne noch ein Auge zudrücken, wenn es sich aber wie in vorliegendem Fall um eine Band handelt (BUTCHER BABIES), die bei einem der renommiertesten Metallabels (Century Media) unter Vertrag steht, dann wird die Sache für alle Seiten schnell zum Ärgernis.

Ich möchte jetzt gar nicht ausführlich darüber spekulieren, warum und mit welchen Beweggründen diese Band aus Los Angeles ihren Plattenvertrag bekommen hat, ein Blick auf die Promofotos lässt bereits erahnen, dass man hier auf eine ganz besondere Form des Crossmarketings setzen kann und wird. In den USA, wo die Band bereits als Support von MARYLIN MANSON, der bekanntlich der Optik und dem Visuellen einen bedeutenden Stellenwert einräumt, unterwegs war, mag diese Formel womöglich sogar aufgehen. Lässt man sich jedoch nicht von den vier schlagenden Argumenten von Heidi Shepherd und Carla Harvey blenden, dann kann man hier nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.

Auf „Goliath", dem ersten Album der BUTCHER BABIES, passt wirklich gar nichts. Die musikalische Mixtur aus Nu Metal, Thrash Metal und Modern Metal (aka „Slut Metal") wirkt chaotisch und das Songwriting ist für den Allerwertesten, „Goliath" hat keinen einzigen (!) brauchbaren Song, das muss erst einmal jemand nachmachen. Die beiden Sängerinnen Heidi und Carla singen, screamen, grunzen und schreien so disharmonisch, dass man meinen könnte, hier laufen zwei verschiedene Bands gleichzeitig, und was die männlichen Mitglieder hier abliefern (bekannt oder nicht bekannt von Bands wie AMEN, AZDACHO und SCARS OF TOMORROW), ist auch nicht mehr als unstrukturierter Lärm.

Das beste an „Goliath" ist ehrlich gesagt noch die überschaubare Spielzeit von roundabout 40 Minuten, dadurch nimmt das Schrecken wenigstens ein frühzeitiges Ende, was man sich von der 2010 gegründeten Band auch irgendwie wünschen möchte. (Maik)


Bewertung: 3 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 42:00 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 14.02.2014

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