Led Zeppelin IIVon welcher Qualität das Zweitwerk von LED ZEPPELIN ist, muss ich wohl kaum erläutern. 2014 erscheint auch dieses, im Rahmen der Re-Releases der ersten drei Alben, in mehreren Versionen. Uns lag das Album in der CD-Deluxe-Edition vor, womit auch wir in den Genuss der Companion Audio Disc kommen konnten. Auf dieser befinden sich, neben einem neuen/alten Song, auch alternative Takes und Backing Tracks, die Gitarrist Jimmy Page in den tiefen Archiven der Band ausgegraben hat. Der Release von „Celebration Day" liegt mittlerweile schon zwei Jahre zurück, 2014 gibt es endlich wieder Material von LED ZEPPELIN; mit dem Instrumental „La La", auf „Led Zeppelin II" sogar einen komplett neuen und bisher unbekannten Song.

Dass es sich bei den „Companion Discs" um Zeitportale in die Aufnahmezeit der einzelnen Alben handelt, so steht es im Inlay der CD, ist kein bisschen übertrieben. Hört man sich diese nämlich an, fühlt man sich fast so, als säße man im Studio neben den vier Herren, die bis zum heutigen Tag Legendenstatus besitzen. Ich werde hier bewusst nur kurz und knapp auf das eigentliche Werk „Led Zeppelin II" eingehen und mich mehr auf die „Companion Disc" konzentrieren.

Das Album selbst wurde von Jimmy Page komplett neu, von den alten Analogaufnahmen, remastered und soll laut diversen Aussagen des Gitarristen nun wesentlich besser klingen. Die bisherigen Neuauflagen stehen bei dem Gitarristen offensichtlich nicht hoch im Kurs, zumindest wenn man aktuelle Interviews liest, dies könnte aber auch durchaus eine PR-Maßnahme sein. Letzten Endes ist es so, beim direkten Vergleich der bisherigen Neuauflagen fällt ein gewisser Unterschied auf. Die Neuauflage klingt dynamischer und hat mehr Druck, des Weiteren konnte ich viel mehr Details heraushören, wobei dies auch am genauen Hören liegen könnte. So oder so ist der Mix sehr gut geworden, und das Album klingt insgesamt nach wie vor sehr frisch. Wer die alten Neuauflagen bereits hat, sollte sich jedoch überlegen, ob er sich in diesem Fall nur die Single-CD-Version der 2014er holen möchte, die Bonus-CD bei der Deluxe-Edition lohnt sich nämlich definitiv. Allen Vinyl-Fans kann ich auch die neuen LP-Versionen sehr ans Herz legen. Zwar lag uns eine solche nicht zum Besprechen vor, ich konnte der Versuchung dennoch nicht widerstehen und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Sound und die Qualität wirklich super sind.

Neben dem Album selbst, das in der Songreihenfolge und Songauswahl vollkommen unangetastet daher kommt, stellt die beiliegende Bonus-CD für mich eigentlich das Kernstück der Veröffentlichung dar. Und auch wenn mich ansonsten niemand mit „Alternate Takes" oder „Rough Mixes" hinterm Ofen hervorlocken kann, sind die hier enthaltenen Versionen richtig interessant geworden. Überraschenderweise ist die Soundqualität der Aufnahmen sehr gut, und wenn man die Songs durchhört, bekommt man irgendwie das Gefühl, neben den Herren Page, Jones, Plant und Bonham im Studio zu sitzen. Jimmy Page hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben, die Stücke zusammenzusuchen und so zusammenzuschneiden, dass es ein gutes Ergebnis gibt. Doch hätte von ihm auch etwas anderes erwartet, schließlich ist er ziemlich bekannt für seinen eigenen „Perfektionismus". Begibt man sich also in das sogenannte „Zeitportal", gelangt man als Erstes zu einem Rough-Mix von „Whole Lotta Love", der äußerst interessant klingt und sich an einigen Stellen deutlich von der finalen Version unterscheidet. Von „What Is And What Should Never Be", „Heartbreaker" und „Ramble On" gibt es ebenfalls einen Rough Mix mit Gesang zu hören. Auch diese Versionen klingen allesamt sehr interessant und bieten einige Unterschiede zu den regulären Versionen der Songs. Ein besonderer Leckerbissen sind zudem die „Backing Tracks" zu „Thank You", „Living Loving Maid" und „Moby Dick". Hier zeigt sich ganz besonders die musikalische Klasse von LED ZEPPELIN, denn auch ohne Gesang klingen die Stücke interessant und mitreißend. Den Abschluss macht diese wirklich geniale Bonus-CD mit einem neuen, bisher unveröffentlichten Instrumental namens „La La". Der Song selbst, welcher vorher bereits bei YouTube zu hören war, kommt dank der Orgel von John Paul Jones sehr facettenreich daher und zeigt bereits ein wenig, was LED ZEPPELIN damals noch alles vorhatten. Ein sehr abwechslungsreicher und interessanter Song, der für LED ZEPPELIN-Fans ein richtiges Highlight darstellt.

Das Kernstück der 2014er Version von „Led Zeppelin II" stellt auf jeden Fall die beiliegende „Companion Disc" dar, allein dafür lohnt sich bereits die Neuanschaffung. Auch der Sound des Studioalbums selbst kann sich sehen lassen und wird so manchen Soundfetischisten große Freuden bereiten. Für richtige LED ZEPPELIN Fans sollte keine andere Version außer der Deluxe-Edition in Frage kommen, für all diejenigen, die sich bisher noch nicht näher mit einer der größten Hardrock-Bands aller Zeiten befasst haben, genügt vermutlich die Single-CD, die das legendäre zweite Album dieser Band in neuem Glanz erstrahlen lässt. Schon wieder ein langweiliger, schnöder Re-Release? Nein! Hier gibt es noch was fürs Geld, saubere Leistung, Mr. Page! (Pascal)


Bewertung: - / -

Anzahl der Songs: 9 (CD1) / 8 (CD2)
Spielzeit: 41:38 min (CD1) / 32:39 (CD2)
Label: Warner Music
Veröffentlichungstermin: 30.05.2014

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