epica-the quantum enigmaDie niederländischen Symphonic-Metaller EPICA rund um Ausnahmesirene Simone Simons haben mit "The Quantum Enigma" ihr sechstes Full-Length-Album veröffentlicht und versprechen mit vollmundigen Umschreibungen, dass es besser und komplexer ist als alle anderen Alben zuvor und sich von allem unterscheidet, was die Band bisher gemacht hat. Erfüllen sich diese Versprechen? Wir werden sehen.

Fans der Band werden bereits mit einer gewissen Erwartungshaltung an "The Quantum Enigma" herangehen, schließlich sind EPICA schon lange keine Unbekannten mehr und gehören zur ersten Garde im Symphonic Metal. Mit ihrem neuen Album wollen sie diese Position nun weiter ausbauen und zementieren. Das Album eröffnet mit dem Bombast-Intro "Originem", das jedem klar macht, dass hier keine halben Sachen gemacht werden. Wuchtige und zugleich elegante Melodiebögen mit für das Genre typischen Chören legen den Kurs für das gesamte Album fest, und sogleich geben die Holländer mit "The Second Stone" so richtig Gas. Die engelsgleiche Stimme von Simone schlägt gewaltige Gesangsbögen und lässt diese gleich wieder dramatisch in sich zusammenstürzen, dass es eine wahre Freude ist, aber das ist man von einer Sängerin dieses Formats ja schon nicht mehr anders gewöhnt.

Bei "The Essence Of Silence" wird sie dann auch fleißig mit gegrowlten Männervocals unterstützt, während im Hintergrund gnadenlose Drums und Gitarren alles vorantreiben und immer wieder die bereits bekannten bombastischen Chöre zu hören sind. Die etwas härtere Gangart tut der Band richtig gut und klingt angenehm frisch im Vergleich mit anderen Symphonic-Metal-Bands mit weiblichem Gesang. So geht es auch bei "Victims of Contingency", "Sense Without Sanity - The Impervious Code" und "Unchain Utopia" weiter, bevor mit dem instrumentalen Interludium "The Fifth Guardian" erstmals ruhigere Töne angeschlagen werden, wobei hier sogar stellenweise einmal folkige Klänge zu hören sind.

Bei "Chemical Insomnia" und "Reverence - Living In The Heart" geht's dann wieder ordentlich vorwärts, erst mit "Omen - The Ghoulish Malady" erlaubt sich die Band eine etwas ruhigere Gangart - denkt man zumindest, denn gegen Ende des Stückes gehen sie plötzlich härter und aggressiver zu Werke, als man es erwarten würde. Dafür wird man als Balladen-Fan dann aber endlich mit "The Canvas Of Life" belohnt, das mit einer wunderschönen Melodieführung und einer tollen Gesangslinie daherkommt. Mit "Natural Corruption" wird dann nochmal Gas gegeben, bevor das Album mit der fast zwölfminütigen Bombasthymne "The Quantum Enigma - Kingdom Of Heaven Part II" ausklingt.

Handwerklich und soundtechnisch gibt man sich natürlich keinerlei Blöße, hier stimmt einfach alles und ergibt ein auf Hochglanz poliertes Gesamtwerk, das jeden Soundfetischisten unter den Fans zufriedenstellen sollte. Jetzt kommen wir zum großen Aber: weltbewegend anders ist "The Quantum Enigma" nicht, es ist auch nicht wirklich so viel besser als die bisherigen Werke der Band. Ein Stück komplexer ist es zwar durchaus, große Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Stücken aber nicht, es klingt schon alles sehr ähnlich. Es ist ein verdammt starkes Album geworden, das alle Fans der Band voll und ganz befriedigen wird und ihr sicher auch ein paar neue Anhänger einbringt. Aber wirklich bahnbrechend und neu ist es nicht. Das muss es aber auch nicht. Es ist genau das, wofür die Band steht und geliebt wird: ein sehr starkes und beeindruckendes Stück Musik, dem noch die letzten Schritte und etwas Abwechslung zur Perfektion fehlen. (Dennis)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 69:33 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 02.05.2014

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