vanishing point - distant is the sunSeit dem letzten Album "The Fourth Season" von 2007 war es lange sehr still um die australischen Melodic Metaller von VANISHING POINT. Jetzt hat das Warten endlich ein Ende und "Distant Is The Sun", der fünfte Longplayer des Quintetts, erblickt mit großen Pauken und Trompeten das Licht der Musikwelt. Und da hat sich einiges getan, wie langjährige Fans der Band schnell merken werden.

Von der Besetzung des Fünfers sind nur noch Silvio Massaro (vocals), Chris Porcianko (guitars) und Christian Nativo (drums) vom letzten Album übrig geblieben. Neu dazu gestoßen sind James Maier (guitars) und Simon Best (bass). Eine Entwicklung, die der Band durchaus gut getan hat, das merkt man gleich an den ersten Tönen von "King Of Empty Promises", das nach dem kurzen und flotten Intro "Beyond Redemption" mit ordentlich Tempo nahtlos abgeht. Man fühlt sich als Fan hier gleich heimisch, VANISHING POINT klingen immer noch, wie man es erwartet, mit klassischem Melodic Metal Grundgerüst und orchestralen Einlagen, aber trotzdem eine ganze Ecke frischer und lebendiger als noch auf "The Fourth Season", was wohl dem frischen Blut in der Band zuzuschreiben ist.

Weiter geht es dann direkt mit dem Titeltrack "Distant Is The Sun", der mit einer fantastischen Melodie und einem wunderbar gefühlvollen Refrain daher kommt, der geradezu danach schreit, live aus tausend Kehlen mitgesungen zu werden, wie es bereits bei früheren Klassikern der Band wie "Hollow" oder "If Only I" der Fall war. Massaro kann hier richtig zeigen, was er kann. Der sympathische Herr gehört meiner Meinung nach zu den besten Sängern im Metal, und das demonstriert er hier äußerst eindrucksvoll. "When Truth Lies" ist dann wieder eine Nummer in bester Tradition, ebenso "Circle Of Fire", bei dem SONATA ARCTICA Sänger Tony Kakko mitmischen darf, bevor es mit "Let The River Run" etwas getragener und pathetischer, aber nicht weniger gut weiter geht.
"Denied Deliverance" ist ebenfalls etwas ruhiger, stampft wuchtig vor sich hin und lässt deutlich die Qualitäten des neuen Tiefton-Bedieners Simon Best heraushören. Mit "Story Of Misery" folgt dann eine sehr schöne Ballade, die mit einigen herausragenden Gitarrenpassagen begeistern kann. "Era Zero" knallt mit einem richtig schönen Drumpart danach wieder ordentlich los, ebenso "Pillars Of Sand", das nochmal richtig Tempo macht und mit einem richtig guten Gitarrensolo daher kommt. Danach geht es mit "As December Fades" weiter, das sich als schön melodische Uptempo-Nummer entpuppt. "Handful Of Hope" ist dann nochmal eine ruhige Ballade mit einigen kraftvollen Ausbrüchen zwischendurch, die nochmal die ganze Bandbreite des Sängers durchblicken lässt. Bei "Walls Of Silence" wird dann nochmal Gas gegeben und ein tolles Gitarrensolo vorgelegt, bevor das Album mit dem akustischen und sehr gelungenen Instrumental "April" absolut würdig ausklingt.

Handwerklich ist "Distant Is The Sun" definitiv gelungen und lässt keinen Raum für Kritik zu. Die Jungs verstehen ihre Instrumente jederzeit zu spielen, demonstrieren das aber nicht in übertriebener Weise. Allerdings waren VANISHING POINT auch noch nie allzu progressiv, und das müssen sie auch gar nicht sein, weil sie das, was sie tun, in absolut perfekter Form zelebrieren: Melodic Metal, wie er kaum noch besser sein kann. Soundtechnisch lässt das Album ebenfalls absolut nichts zu wünschen übrig, es klingt alles wie aus einem Guss und ist auf Hochglanz produziert, hier war definitiv ein Könner am Werk.

Für mich persönlich entpuppt sich "Distant Is The Sun" nicht nur als bisher klar bestes Album der Band, sondern auch als eine kleine Neugeburt der sympathischen Australier. Sie sind ihrem Stil treu geblieben, haben aber auch keine Angst vor frischen Ideen gehabt, und das hört man hier an jeder Ecke. Es wäre zu hoffen, dass VANISHING POINT mit diesem grandiosen Werk endlich einmal die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich schon lange verdient haben, denn ohne Zweifel sind sie eine der meistunterschätzten Bands ihres Genres, und das vollkommen zu Unrecht. Jeder, der mit Melodic Metal etwas anfangen kann, sollte sich "Distant Is The Sun" unbedingt schnellstmöglich zulegen, denn das Album ist eine echte Perle und macht VANISHING POINT zur derzeit besten Melodic Metal Band der Welt. Anspieltips: "Distant Is The Sun", "Let The River Run" und "Pillars Of Sand". (Dennis)

Bewertung: 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 63:00
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 21.02.2014

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