Sister-DisguisedVulturesRein von der Optik würde man SISTER sicher keinen Sleaze-Metal zuordnen, viel eher dreckigen Black Metal oder irgendwas sehr Extremes. Aber die Jungs bieten eine etwas andere, sehr interessante Form von Sleaze-Metal. Im Gegensatz zu MÖTLEY CRÜE und Konsorten klingen SISTER nämlich nicht fröhlich, sondern richtig rotzig. Die letzte Veröffentlichung „Hated" liegt mittlerweile knappe drei Jahre zurück, und somit wird der Hunger der Fangemeinde 2014 mit „Disguised Vultures" endlich gestillt.

Bereits der Opener „My Enemy" gibt die Marschrichtung für das Album vor. Ich kann nicht genau sagen, ob mich die unglaubliche Härte oder das unglaublich Dreckige an diesem Song beim ersten Mal etwas erschreckt hat. Sowohl der Sound als auch der Song selbst überforderten mich beim ersten Hören. Nachdem die Rhythmusfraktion einsetzt, entwickelt das Teil aber ein gutes Eigenleben und stellt sich gegen Ende als gelungener Opener heraus. Der bereits vorab veröffentlichte Song „Sick" sollte einigen bereits bekannt sein, ansonsten wird er sich spätestens beim ersten Hören des Albums in den Hörkanal fräsen. Der Titeltrack „Disguised Vultures" überzeugt bereits durch den starken Rhythmus zu Beginn des Songs. Des Weiteren wird ein starker Refrain geboten, welcher auf Konzerten sicher gut ankommen wird. „Arise" kommt sehr punklastig und flott daher, weiß aber zu gefallen. Der Refrain erinnert stark an die Kollegen von HARDCORE SUPERSTAR. Das düstere „We Salute 'Em" beginnt stark und bietet einige Mitsingparts - ganz nett, aber irgendwie auch nichts Besonderes. Auf Konzerten könnte sich der Song aber, aufgrund der Mitsingteile, zu einem richtigen Knaller entwickeln. „Stay Yourself" springt einem anschließend direkt ins Gesicht und entpuppt sich als schnelle, energiegeladene Nummer mit einigen interessanten Tempowechseln. Das darauf folgende „Naked" ist wohl der langsamste Song des Albums, zum ersten Mal bewegen sich SISTER im Mid-Tempo-Bereich. Man könnte den Track als extreme Powerballade beschreiben. SISTER haben allerdings ihre völlig eigene Vorstellung von einer Ballade, und das ist auch gut so. Partys feiern SISTER mit Sicherheit viele, „Dmn" könnte dazu den passenden Soundtrack liefern. Das Drum-Intro von „(Stop the) Revolution" und die einsetzenden Gitarren machen bereits mächtig Spaß. Nachdem dann die Trillerpfeife ertönt, was glatt als Anspielung auf „Paradise City" durchgeht, zeigen SISTER einmal deutlich, wo ihre Einflüsse liegen. Der letzte Song von „Disguised Vultures" beginnt tatsächlich mit Akustikgitarren, bevor sich „Please Kill Me" im weiteren Verlauf als 1A-Partysong herausstellt. Sowohl der Rhythmus als auch die Gitarrenriffs lassen einen fast schon automatisch zu einer Flasche greifen. Sehr gelungener Abschluss, wozu auch das eingespielte Publikum in der Mitte des Songs seinen Beitrag leistet.

Der Sound von „Disguised Vultures" ist sehr druckvoll geworden. Das Schlagzeug und der Bass klingen besonders gut, und somit rockt die Rhythmusfraktion bei jedem Song ordentlich. Genregrenzen überschreiten SISTER durchgehend. Daher wäre es an und für sich zu einfach, wenn man behauptet, SISTER wären eine Sleaze-Metal Band. Hier versteckt sich viel mehr als das, gesanglich erinnert Sänger Jamie Anderson oftmals an diverse Black-Metal-Combos, die Struktur der Songs erinnert hingegen sehr oft an Punkrock. Alles in allem haben SISTER ihren völlig eigenen Stil und kombinieren die verschiedenen Genres, was insgesamt eine interessante Mischung hervorbringt.

„Disguised Vultures" braucht zu Beginn ein wenig, bis es richtig zündet. Bei SISTER hatte ich, unter anderem durch ihr Aussehen, zuvor das Gefühl, dass die Band einfach nur dreckig und böse daher kommen möchte. Ähnlich wie bei MÖTLEY CRÜE wurde ich aber eines Besseren belehrt. Und somit bleibt nur zu sagen, dass SISTER-Fans mit dem neuen Album ihren Spaß haben werden. Fans von schwedischen Sleaze-Rock-Bands werden in SISTER außerdem eine der außergewöhnlichsten Truppen dieser Szene entdecken können. SISTER haben ihren ganz eigenen Stil und treten jegliche Klischees mit Füßen, und das ohne Rücksicht auf Verluste! (Pascal)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 40:56 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungsdatum: 27.01.2014

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