Bloodspot BTH160pxAls ich das diesjährige Metallergrillen besuchte, hatte ich keine Vorstellung davon, wie es dort sein würde. Nachdem ich mir den Auftritt von SYSTEMATIC ERADICATION zu Gemüte geführt hatte, blieb noch etwas Zeit zum Plaudern bis zur nächsten Band, und man empfahl mir den Gig von BLOODSPOT anzusehen. Die Band enterte am frühen Nachmittag die Bühne und ließ eine Soundwand auf die halbleere Wiese vor der Bühne los, dass man nur so staunen konnte.
Wenn mir Bands live Spaß machen, dann ist das schon mal die halbe Miete. Leider kann man dieses Erlebnis nur wiederholen, indem man wieder und wieder ein Show besucht, was auch schnell in Arbeit statt Vergnügen ausarten kann. Also tun die Bands gut daran, die eigenen Songs auf einem Album unterzubringen, damit man diese umso öfter konsumieren kann. Angenehmer Nebeneffekt für die Band: die Leute kennen die Songs besser und nehmen umso mehr an der Show teil. BLOODSPOT zogen mich mit ihrer energetischen Show sofort in ihren Bann. Der Neuzugang am Mikro, in Person von Pete, hatte eine großartige Bühnenpräsenz, und ich konnte später am Merchstand noch ein paar Worte mit ihm wechseln. Dort entschuldigte er sich sogar, dass sie nur die CD mit seinem Vorgänger am Mikro dabei hätten, das neue Album wäre gerade in Arbeit. Egal, ich wollte was zum Hören haben und etwas von der Band, um die Wartezeit zum neuen Album zu überbrücken. Ich musste zum Glück nicht lange warten.


Als das neue Album namens „By The Horns" dann endlich in der CD-Schublade lag, drehte ich extra noch etwas lauter, um gleich ein bisschen Live-Feeling zu bekommen. Ich wurde nicht enttäuscht.
Hatte das Vorgängeralbum „Embrace The End" bei mir noch ein Fragezeichen aufkommen lassen, lässt „By The Horns" keinerlei Zweifel aufkommen, wo die Reise hingeht. Präzise und wuchtig geht es mit dem ersten Song „And They Brought Gold" gleich ohne Intro und lästigem Geschnörkel zur Sache. Neusänger Pete spart sich das Metalcore-Gekreische und verwöhnt mit deftigem Growling und Thrashmetal-Einlagen die Ohren. Mit Gangshouts und stellenweise SLAYER-ähnlichem Riffing, weiß der Fünfer aus Limburg an der Lahn zu gefallen. Vor allem wieder ein Album, bei dem ein Song zum anderen passt und keine Zeit für unnötige Zwischenspiele bzw. Intros und Outros verplempert wird. Der relative kurze Titeltrack „By The Horns", zu dem es auch ein Video gibt, bündelt alle Qualitäten der Musiker zu einem heftigen Erlebnis. Insgesamt trieft das Album nur so vor Testosteron. Die Eier im Schritt schwingen frei zwischen den Beinen der breitbeinig spielenden Musiker. „Death Down There Hold My Approach" hat ein tolles Riff zu bieten und lädt dank seines zähen Charakters zum ausgiebigen Headbangen ein. „Volcanos" haut in die selbe Kerbe. Bei diesem majestätischen Riff hat man sofort Lust, mit empor gereckter Faust zu headbangen. Dann zieht das Tempo wieder an, und BLOODSPOT lässt mit „Death Illusion" eine Thrashgranate mit Deathgrowling auf die Hörer los. Die Neuauflage von „Far From Innocence" beweist zum Abschluss, dass BLOODSPOT zur aktuellen Speerspitze im heimischen Metal-Dschungel gehören.
Wie könnte man diesem Album, welches nur so vor Energie strotzt, eine schlechte Note geben? Naja, sie erfinden diese Musik ja nicht neu und bedienen sich bei bewährten Klassikern. Das machen BLOODSPOT jedoch so gut, dass keinerlei Zweifel aufkommen. Das Album ist sauber und drahtig produziert. Der Bass und die Bassdrum drücken schön aus den Lautsprechern, die Gitarren sind zum Glück nicht überproduziert und braten fein, der Gesang steht frei im Raum.
Zum Glück hat man auch die Optik des Albums an den aktuellen Sound angepasst. Das comicartige Aussehen ist verschwunden.
Ich würde mich freuen, die Jungs hier in heimischen Gefilden bald mal wieder live zu sehen. Diese mitreißende Show sollte man sich als Hartwurst-Fan nicht entgehen lassen.

http://www.bloodspot-music.de

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 37:47 min
Label: Bret Hard Records
Veröffentlichungstermin: 29.11.2013

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