77 - maximum rock n rollLive hauten mich 77 letztes Jahr regelrecht um! Die Stimme von Sänger Armand Valeta erinnerte stark an Bon Scott, und auch Gitarrist LG Valeta verströmte auf der Bühne pure Energie. Nun liegt mit „Maximum Rock 'n' Roll" das zweite Studioalbum vor. Schade nur, dass die Band auf Platte nicht die erwartete Power hat.

Bereits der Opener und gleichzeitige Titeltrack „Maximum Rock 'n' Roll" klingt für mich so, als wolle die Band Gas geben, darf oder kann aber nicht. Natürlich handelt es sich bei dem Song um eine Blues-Nummer, trotzdem klingt die Band sehr in den Hintergrund gemischt. Das Schlagzeug scheppert, die Bass-Drum ist nicht richtig zu hören, und auch der Gitarrensound klingt mir nicht fetzig genug. Leider ändert sich daran die nächsten 30 Minuten nichts. Die Songs plätschern so vor sich hin, und durch die fehlende Dynamik hat man bereits nach zwei Songs keine Lust mehr, das Album noch fertig zu hören. Richtig schade, denn die Gitarrenarbeit und auch der Gesang können sich wirklich sehen lassen. 77 lehnen sich eigentlich an die frühen Jahre von AC/DC an, leider kommt das auf der Platte aber nicht rüber. Auch viele ruhigere AC/DC-Songs versprühen mehr Power als „Maximum Rock 'n' Roll". Überwiegend sind Mid-Tempo-Rocker enthalten, „Jazz It Up" hat zudem einen genialen Groove. „Stay Away From Water" glänzt durch seinen besonderen Charme und beginnt mit Akustikgitarren und Pfeifeinlagen der Band. Humor haben 77 also. Ansonsten klingen die Songs allerdings überwiegend gleich und stechen nicht besonders hervor.

Ich schätze das Hauptproblem an der Platte ist die Produktion und der damit einhergehende Sound. Ich bin nicht der Audiospezialist und möchte auch gar nicht behaupten, ich kenne mich gut damit aus. Aber hier weiß selbst ich, dass irgendwas schief gelaufen ist. Der Sound wirkt insgesamt trocken, und es ist keine Dynamik vorhanden. Die Gitarren haben keinen fetzigen Sound, was nicht mal stören würde, wären da nicht noch die leise Sologitarre. Doch gerade darauf kommt es bei einer solchen Band aber doch an. Irgendwie wirkt die gesamte Produktion sehr steril und zeigt kein bisschen der rohen Energie, welche 77 auf der Bühne ausstrahlen. Auch das Albumcover wirkt mehr als uninspiriert.

Irgendwie sehr schade, hier hätte ich wirklich mit mehr gerechnet. Wäre der Sound der Platte anders, wäre das Album mit Sicherheit besser. So wirken alle Songs gleich und zeigen kaum Abwechslung. Selbst die kleinen Ausreißer wie „Jazz It Up" retten 77 dabei nicht. Hoffentlich wird bei der nächsten Platte mehr für die Produktion investiert. Live werde ich mir die Band trotzdem wieder geben, sollten sie in die Nähe kommen. Des Weiteren sollten AC/DC-Fans auf jeden Fall einen Durchgang riskieren und 77 eine Chance geben. Ich für meinen Teil werde mir jetzt mal wieder „Let There Be Rock" anhören. Denn auch wenn 77 mit ihrem Album nicht überzeugen konnten, den Appetit auf frühe AC/DC haben sie trotzdem in mir geweckt. (Pascal)


Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 35:51 min
Label: Listenable Records
Veröffentlichungstermin: 22.10.2013

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Pascals Avatar
Pascal antwortete auf das Thema: #11124 3 Jahre 9 Monate her
Ja eben, bin auch total enttäuscht um ehrlich zu sein :(
Andreass Avatar
Andreas antwortete auf das Thema: #11113 3 Jahre 9 Monate her
Ach herrjeh was ist denn da los? Nach dem genialen Auftritt auf dem Stadtfest in Zweibrücken hätte ich ein Knalleralbum erwartet. Mal sehen, ob es nicht irgendwo eine besserklingende Version gibt. Wie Pascal schon schreibt: '77 SIND live eine Macht.

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