stormcorrosion_stormcorrosionWenn zwei Genie's wie Mikael Akerfeldt (OPETH) und Steven Wilson (PORCUPINE TREE) zusammen gemeinsame Sache machen, dann muss dabei am Ende eigentlich ein Meisterwerk rauskommen. Denkt man etwas weiter, ist genau genommen diese Ausgangssituation das Problem, das von Anfang an über STORM CORROSION schwebt. Der Schwede und der Engländer können sich noch so viel Mühe geben, sie werden die Erwartungen der breiten Masse, die beide Bands inzwischen zum Glück und verdientermaßen erreichen, nicht erfüllen können.

Eine Daseinsberechtigung hat dieses Projekt aber trotzdem, denn es ist natürlich sehr interessant zu beobachten und anzuhören, was dabei rauskommt, wenn diese beiden Musiker über eine komplette Albumlänge gemeinsam ein Album produzieren. Besagtes Album trägt, Überraschung, den gleichen Titel wie das Projekt: „Storm Corrosion“.

Da es sich bei diesem im weiteren Sinne (besser: im weitesten Sinne) um ein Progressive Rock Album handelt, ist die darauf enthaltene Zahl von gerade einmal 6 Songs quasi die logische Konsequenz, drei davon besitzen eine Länge von roundabout je 10 Minuten, die anderen drei haben eine „normale“ Songlänge von 4-6 Minuten, womit wir zum ersten positiven Aspekt von „Storm Corrosion“ kommen, das Album ist definitiv nicht zu lang und auch nicht zu kurz geraten.

Der überwiegende Teil dieser 6 klangvollen Kunststücke bewegt sich erwartungsgemäß in ganz ruhigem Fahrwasser und ist damit näher dran an den beiden Soloalben von Steven Wilson („Insurgentes“, „Grace For Drowning“) als an PORCUPINE TREE oder geschweige denn an OPETH. Sagen wir es mal so, wer diese beiden Alben mochte oder auch OPETH’s „Heritage“ für eine gelungene Weiterentwicklung hält, der wird „Storm Corrosion“ sicherlich etwas abgewinnen können; wie viel etwas ist, das wird jeder für sich selbst entscheiden müssen. Man gewinnt sowieso schnell den Eindruck, dass der Brite der musikalische Kopf dieses Projektes ist, wobei ich nicht unterschlagen möchte, dass die tiefe Stimme von Mikael Akerfeldt natürlich sehr gut zum durchweg tristen und depressiven Flairs der Dreiviertelstunde passt. Den Vogel schießen die beiden ab, indem sie eine Nummer sogar „Happy“ nennen…haha.

Lässt man „Storm Corrosion“ ein paar Male auf sich wirken, stellt man fest, dass das Album angenehm und unaufgeregt vor sich hin fließt und mit gewissen Einschränkungen kann es einen auch in seinen Bann ziehen, emotional packen tut es einen aber nicht, wie es zum Beispiel bei „Damnation“ von OPETH der Fall war; das ist sozusagen der erste negative Aspekt an „Storm Corrosion“, gleichermaßen der Entscheidende!

Unter den 6 Songs befindet sich kein einziger, der die hohe Qualität erreicht, die man von PORCUPINE TREE und OPETH gewohnt ist. Es gibt immer mal wieder lichte Momente wie im Opener „Drag Ropes“ oder zu Anfang des Titelstückes (ganz toller Akustikpart), demgegenüber stehen dann aber auch einige verstörende (an dieser Stelle ein Synonym für langweilig) Augenblicke wie im soundtrackartigen „Ljudet Innan“ oder im nur schwer zu begreifenden „Hag“. 

Ob das jetzt enttäuschend ist oder wie bereits am Anfang beschrieben nur ein ganz normaler Vorgang, auch das muss jeder für sich selber entscheiden. „Storm Corrosion“ ist sicherlich eigen, mutig, interessant, Grenzen sprengend, in Teilen innovativ und mit Sicherheit auch Anerkennung verdienend, aber ich bin nicht bereit über bereits wohlwollende 7,5 Punkte hinaus, dafür Zusatzpunkte zu vergeben. (Maik)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 6
Spielzeit: 47:54 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 04.05.2012

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