Halestorm - The Strange Case OfBands, die übermäßig gehypt werden, stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber, da viele von ihnen erstens nicht das halten, was versprochen wird, und zweitens schneller als man denkt wieder in der Versenkung verschwunden sind. Da ich nicht über eine Kristallkugel mit magischen Fähigkeiten verfüge, weiß ich natürlich auch nicht, wie rosig die Zukunft für HALESTORM werden wird, das zweite Album der Band aus den Staaten um das Geschwisterpaar Lzzy und Arejay Hale „The Strange Case Of...“ bietet aber auf jeden Fall deutlich mehr als ich erwartet hatte.

Haben andere kommerzielle Rock Bands, man kann HALESTORM wahlweise als Alternative Rock oder als Pop Metal einordnen, auf ihren Alben ein paar Hits, so hat der Ami-Vierer auf „The Strange Case Of...“ ein dutzend potentielle Hitsingles am Start, was im Albumkontext eine Quote von 100% macht. Mag man als Außenstehender nun zu Recht befürchten, dass Songs, die in der Regel noch nicht einmal 200 Sekunden lang sind, schnell im Ohr und schnell wieder draußen sind, dem kann ich sagen, dass mir das Album trotz Dauerrotation in den letzten Tagen noch nicht überdrüssig geworden ist; ganz im Gegenteil.   

HALESTORM schaffen das gar nicht so einfache Kunststück, dass sowohl die knallenden Rocksongs wie „Love Bites (So Do I)“ oder „Mz Hyde“, die von ihrer Art her an andere Ami-Kapellen wie SHINEDOWN erinnern, als auch die Balladen wie „Break In“ oder „In Your Room“ absolut schlüssig klingen. Bei den ruhigen Songs fühle ich mich häufiger an die nicht minder genialen PARAMORE erinnert. Zusammen ergeben alle 12 Songs von „The Strange Case Of...“ ein wirklich herausragendes Album, das von Howard Benson (u.a. 3 DOORS DOWN) den passenden Sound verpasst bekommen hat.

Um Schwächen ausfindig zu machen, muss man schon ganz tief kramen, und wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist es die Reihenfolge der Songs. Bei Liveauftritten ist es ein gerne verwendetes Mittel, mittendrin ein kleines Akkustikset einzustreuen, aber dass HALESTORM ihre drei Balladen „Beautiful With You“, „In Your Room“ und „Break In“ direkt hintereinander in der Mitte ihres zweiten Albums platziert haben, wirkt etwas seltsam und nicht gerade clever.

Sollte es tatsächlich stimmen, dass HALESTORM für diese Platte über 50 Songs geschrieben haben, das ist schließlich auch Definitionssache, dann dürfte den Amis so schnell nicht die Luft ausgehen. Wer auf eingängige Rockmusik abfährt und sich dabei nicht daran stört, dass diese textlich alles andere als preisverdächtig ist, („Rock Show“, „American Boys“ und noch einige mehr), der wird mit „The Strange Case Of...“ sehr gut bedient werden. Das sind mir insgesamt 8,5 Punkte wert, mit dem Hinweis, dass man bei einer anderen Herangehensweise auch problemlos unterhalb von fünf landen kann. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 40:50 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 27.04.2012
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015