Mehrfach-Wertung der Redaktion

ND_2012Sie sind legendär, sie lassen sich von nichts und niemandem unterkriegen, sie verfolgen beharrlich ihr Ziel und orientieren sich an keinem aktuellen Trend.
Über NAPALM DEATH braucht man nichts zu sagen, jeder, der die Band nicht kennt oder mag, wird diesen Artikel eh nicht lesen oder ihr neues Album hören.
Allen anderen steht wieder mal ein Hörgenuss grindgütigster Art bevor. Erneut perfekt von Leib- und Magenproduzent Russ Russell in Szene gesetzt kommt „Utilitarian" in gewohnter Manier auf den Hörer zu: roh, schnell, chaotisch und mit mächtig Druck.
Dabei hat das Album schon einige Monate auf dem Buckel, denn das im Mai fertig gestellte Werk sollte eigentlich schon im letzten Herbst veröffentlicht werden, wurde aber nun PR-technisch auf Februar verschoben. So wurde die Geduld der Fans zwar aufs Spiel gesetzt, aber dennoch die Zeit sinnvoll genutzt, mit gängigen wie auch unkonventionellen Promoaktionen für das Produkt zu werben. YouTube- und Facebook-Besuchern wurde die Wartezeit auf jeden Fall durch Videoteaser, Barneys Albumanalysen, öffentliche Aktionen und Livematerial verkürzt

Mittlerweile ist es ja bei den (Wahl-) Engländern Usus, ein amtliches Intro vorzuschicken, um damit dem folgenden Fressenhieb noch mehr Ausdruck zu verleihen. Und der wird auf jeden Fall durch „Errors In The Signals" hart durchgezogen. Was die netten Herren da vorlegen, sorgt wiederum für große Faszination und neu entflammte Grindeslust.

Schon der nächste Track lässt den Wahnsinn der Band im positiven Sinne erkennen, wenn eingestreute Saxophonsoli des Ausnahmekünstlers John Zorn, der den Vollblutgrindern gerade noch gefehlt hat, ertönen.
Im Verlauf des Albums findet man immer mehr Songs, die sich an eher experimentellen Werken wie „Morale" und Co. orientieren, denn immer öfter und früher werden die progressiven Teile in die Tracklist eingefügt. Die Lead Vocals von „The Wolf I Feed" werden komplett von Gitarrist Mitch Harris übernommen, der auch zunehmend stärker mit seinem Organ vertreten ist ("Orders Of Magnitude"). Beim erstgenannten versucht sich auch Barney erfolgreich mit einem „neuen" Gesangsstil im Chorus, den Burton von FEAR FACTORY nicht besser hinbekäme. „Quarantined" ist bereits ein bekannter Livesmasher, wer die Jungs in letzter Zeit (online) live gesehen hat, danach stellt sich „Fall On Their Swords" als hymnischer Groover heraus, der sich zum Schluss in einem herrlichen Blast entlädt. „Collision Course" setzt sich mit Widerhaken im Hirn fest und ist einmal mehr ein Hit aus der Feder von Shane, der schon viele Midtemposongs geschrieben hat und die NAPALM Tradition pflegt.

Das Dreierpack „Leper Colony", bekannt als erster Vorgeschmack aus dem Album, das kurze und heftige „Nom De Guerre" und die anschließende Singleauskopplung „Analysis Paralysis" schwartet gegen Ende noch mal böse ab und lässt wehmütig auf das Ende des Albums blicken. Auf den Sondereditionen bzw. der Vinylversion bekommt man noch zwei bzw. drei Bonustracks geliefert, die diese Anschaffung auch eigentlich immer rechtfertigen.

Was zu sagen bleibt – so gut wie nichts. NAPALM DEATH klingen 2012 absolut authentisch und schaffen wiederum den Spagat zwischen Tradition und Innovation. Live seit jeher eine Macht nutzen die Jungs jede Stromquelle, um auf sich und ihren neuesten Output weiterhin aufmerksam zu machen. Eine Pflichtveranstaltung für jeden Fan. Wer weiß, vielleicht wären die Jungs weniger entspannt und freundlich, wenn sie sich nicht regelmäßig auf dem Grindcorespielplatz austoben dürften. OCCUPY NAPALM! (Jochen)

Bewertung: 9 / 10


Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 46:11 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 24.02.2012

Wertung der Redaktion
Maik Bernie Brix Jannick Kevin Rainer Seb
7,5 7 7 7,5 7,5 8 8
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