crom_ofloveanddeathWirft man den Blick auf dieses Jahr zurück, fällt auf, dass es insbesondere die so genannten Underground Bands waren, die mit ihren Veröffentlichungen positiv aus der Masse hervorstachen. Beispiele hierfür gibt es mehr als genug, ich jedenfalls wage zu behaupten, dass das Niveau zwischen Non-Professionalität und Semi-Profossionalität seltener höher war. Eine dieser Bands waren und sind die deutschen Epic-Metaller von CROM von und mit Walter Grosse (Ex-DARK FORTRESS). „Waren“ insofern, dass bereits das 2008er Debütalbum „Vengeance“ eine musikalische Großtat gewesen ist, und „sind“ bezieht sich natürlich auf die aktuelle Scheibe „Of Love And Death“, die inzwischen bereits erhältlich ist und die in meinen Augen „Vengeance“ sogar noch topt.

Das songschreiberische Niveau auf „Of Love And Death“ kann ich nach gut einem dutzend Malen Hörvergnügen mit Fug und Recht als herausragend bezeichnen. Ein Umstand, der dies sicherlich begünstigt, ist die Kompaktheit der Platte. 8 Songs in 45 Minuten, damit ist „Of Love And Death“ sozusagen das Gegenteil zum aktuell auch bei uns viel diskutierten „Imaginaerum“ von NIGHTWISH.   

Um Kritikpunkte zu finden, muss man daher ganz schön tief in der Kiste suchen. Was den ein oder anderen hartgesottenen Metaller sicherlich stören wird, ist die im Vergleich zum Debüt deutlich ruhigere Ausrichtung. Mit „Just One Blink“ und „My Song For All The Broken Hearts“ gibt’s gleich zwei Balladen hintereinander und der Rest ist auch mehr oder weniger durchgängig im Mid-Tempo angesiedelt. Ein, zwei oder drei Explosionen hätten sicherlich der Platte als Gesamtgebilde gut getan, hätten vermutlich aber nicht ins lose Konzept von CROM gepasst. Damit schwimmt man sich etwas von den BATHORY Vergleichen frei, wenngleich natürlich nach wie vor zu erkennen ist, dass die skandinavische Legende ein bedeutender Einfluss sind.  

Das offizielle Promoschreiben meint dazu:“ Wurden auf „Vengeance“ songtechnisch und textlich allerdings eher die Schwerter der Vergeltung und verlorene Götter besungen, so kommt „Of Love And Death“ sehr viel melancholischer, tiefgängiger und getragener daher und führt den Hörer in eine ganz eigene Gefühlswelt.“ Viel besser kann man das zweite CROM Album eigentlich nicht in einem Satz umschreiben, da verzeihe ich sogar die „schwere Pagan/Viking Schlagseite“, die ich partout nicht finden kann und will.

Wer sich daran nicht stört, also an der vergleichsweise kitschigen Thematik und der ebenso vergleichsweisen ruhigen Ausrichtung, der findet in „Of Love And Death“ einen Anwärter auf die Top 5 des Jahres, weil wie gesagt jeder Song ins Schwarze trifft (Anspieltips "Reason To Live" und "My Destiny"), weil die Produktion auf angenehm natürliche Art und Weise knallt und zugleich die akustischen Passagen gut zur Geltung bringt und nicht zuletzt weil Mastermind Walter Grosse mit soviel Herzblut seine Songs intoniert, dass man eine Großpackung Taschentücher benötigt, um die Schweinerei aus „Blut, Schweiß und Tränen“ wieder zu entfernen. (Maik)


Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 45:30 min
Label: Pure Legend Records
Veröffentlichungstermin: 25.11.2011
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