Mehrfach-Wertung der RedaktionTANKARD_Vollume_14Die hessischen Thrasher TANKARD kommen kurz vor Jahresende mit neuem Bölkstoff um die Ecke. Nach der 2008er Scheibe "Thirst" serviert uns das Urgestein mit "Vol(l)ume 14", wie es der Name bereits vermuten lässt, ihr 14. Studioalbum. Die alkoholischen Anspielungen in den Titeln gehören mittlerweile genauso dazu, wie Glühwein zum Weihnachtsmarkt...und auch musikalisch bleiben die trinkfesten Frankfurter ihrer Linie treu: es gibt Thrash Metal zu hören, der stellenweise auch auf Groove und Melodien setzt, aber seine Grundhärte trotzdem beibehält. Ob sich Gerre´s drastischer Gewichtsverlust in irgendeiner Weise auf seine Leistung hinterm Mikro niederschlägt zeigt sich jetzt...

Gefühlvoll und besonders melodisch beginnt "Time Warp", ehe sich der Song zu einem schnell ins Ohr gehenden Thrasher entwickelt. Gut gewählter Opener, der mit einem mächtigen Stampfpart gegen Ende gefällt. Schneller geht's bei "Rules For Fools" zur Sache, bei dem besonders die melodische Gitarrenarbeit ins Ohr sticht. "Fat Snatchers (The Hippo Effect)" überrascht mit Tempowechseln und spacigem Effekt, bleibt aber dadurch auch schnell hängen. Die Kilos die Gerre abgespeckt hat, machen seine Stimme keinesfalls dünner. Er pendelt gekonnt zwischen aggressivem und angerautem Gesang.

Ein wahres Highlight stellt "Black Plague (BP)" dar, denn das Ding knallt von Anfang bis Ende und befasst sich mit einem ernstzunehmenden Thema. Musik und Lyrics killen gleichermaßen. "Somewhere In Nowhere" schlägt in eine ähnliche Richtung und geht ordentlich nach vorne! Flott, hart und eingängig, aber im Gitarrensolo trotzdem melodiös. "The Agency" fällt ein bisschen düsterer aus, denn das Intro wird von Gerre gesprochen und die restlichen Vocals sind fieser. TANKARD beweisen wieder, dass Sie auch Songs ohne Bierzelthumor schreiben können.

Live könnte "Brain Piercing Öf Death" ganz gut zünden, weil sich der Refrain zu einer Art Frage-Antwort-Spiel mit dem Publikum anbietet.
Aber ganz ohne den promillehaltigen Gerstensaft geht's halt doch nicht und so ist mit "Beck´s In The City" eine kurze, treibende Nummer vertreten, die eine Biermarke im Titel trägt. Das "Social Network" bekommt sein Fett in "Condemnation" weg, einem Song, der wieder mehr auf Eingängigkeit setzt. Die Gesellschaftskritik wird gut in ein Doublebassgewitter verpackt. Langsam, schwer und melancholisch startet "Weekend Warriors". Der ruhige Gesang am Anfang ist mehr schlecht als recht, doch sobald das Gitarrengeschrammel beginnt, nimmt der Song nicht nur an Fahrt auf, sondern auch an Qualität zu. Vom typischen Thrash Metal Takt getrieben geht auch der letzte Song gut ins Ohr. Der Chorus setzt sich schnell im Kopf fest und durch eine Rückführung zum Intro, gehen die sieben Minuten die das Stück dauert auch wie im Fluge rum. Einziger Minuspunkt ist wie gesagt der Cleangesang.

"Vol(l)ume 14" bietet teutonischen Thrash Metal mit gelegentlichen Ausreißern in melodischere Gefilde, genügend Abwechslung im Songwriting und einige sich schnell im Gehörgang festsetzende Hooks. Die Scheibe ist sauber produziert, klingt aber nicht zu glatt, hat keinen Durchhänger, sondern überzeugt durch variationsreiche Songstrukturen und eingängiger Gitarrenarbeit. TANKARD - Fans sollten unbedingt zugreifen und der Rest der Thrash - Fraktion sollte zumindest mal ein Ohr riskieren. (Kevin)

Bewertung: 8 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 50:22 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin:17.12.2010

Wertung der Redaktion
Jochen Bernie Brix Maik Mika Rainer Seb
7 7,5 6,5 8 7
8 7,5
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