The Shadow Theory - Behind The Black VeilDEADSOUL TRIBE sind tot, es lebe THE SHADOW THEORY und vor allem leben PSYCHOTIC WALTZ wieder, die sich vor nicht langer Zeit in Originalbesetzung reformiert haben, um im nächsten Jahr hoffentlich für eine Offenbarung auf und abseits der Bühnen zu sorgen. Bei diesen Bandnamen dürfte es schon klar sein, dass es hier um einen gewissen Devon Graves bzw. Buddy Lackey geht, der DEADSOUL TRIBE im letzten Jahr zu Grabe getragen hat, um mit THE SHADOW THEORY eine neue Band um sich herum zu formieren, bei der einige bekannte Musiker mit dabei sind wie Kristoffer Gildenlöw (Ex-PAIN OF SALVATION) und Johanne James von THRESHOLD. Komplettiert werden THE SHADOW THEORY vom deutschen Gitarristen Arne Schuppner (COMPLEX 7) und dem bis dato nicht in Erscheinung getretenen griechischen Keyboarder Demi Scott. Wenn ich richtig gezählt habe, sind damit 5 Staatsangehörigkeiten bei THE SHADOW THEORY involviert.

Musikalisch hingegen knüpft Devon Graves auf dem Debütkonzeptalbum „Behind The Black Veil“ (das Konzept ist so komplex, dass ich es hier ganz weglasse) vor allem von der Atmosphäre und von der Herangehensweise her nahtlos am letzten DEADSOUL TRIBE Album „A Lullaby For The Devil“ an. Experimenteller Prog Metal mit Ausschlägen hin zu Modern Metal, psychedelischen Sounds und klassischem 70ties Prog Rock. Ich bin sicher, man kann sich gut vorstellen, dass „Behind The Black Veil“ kein Album sein wird, das sich schnell im Ohr festsetzt. Dafür wächst das THE SHADOW THEORY Debüt von Mal zu Mal, ich kann mich noch gut erinnern, dass ich nach dem ersten Durchgang (abgesehen vom tollen Opener) ziemlich enttäuscht war.

Prinzipiell gibt es auf „Behind The Black Veil“ zwei zentrale Songs, um die das gesamte Album gestrickt wurde. Der überragende Opener „I Open Up My Eyes“ sowie der schwer zu beschreibende Schlusstrack „A Symphony Of Shadows“, die beide über 7 Minuten lang sind. Vor allem die gesamte erste Hälfte des Albums bis einschließlich des ruhigen „Selebrate“ weiß sehr zu gefallen, da präsentiert sich Devon Graves deutlich inspirierter als auf seinen letzten DEADSOUL TRIBE Werken, der Input der anderen Musiker dürfte sich da bemerkbar machen. Vergleiche mit den vier PSYCHOTIC WALTZ Großtaten stellen wir erst gar keine an. Der absolute Überhammer ist „Behind The Black Veil“ nun aber auch nicht, denn bei dem Dreierpack „Snakeskin“, „Sleepwalking“ und „The Black Candle“ gönnt man sich leider eine kreative Auszeit, die das Album unnötig in die Länge zieht.  

Vor allem die sehr harschen Thrash/Modern Metal-Passagen, die den Fluss stören, und die immer wieder aufkommenden geflüsterten Vocals von Devon Graves stören das Gesamtbild etwas. Dafür freut man sich häufiger als früher über akustische Passagen wie zu Beginn von „Ghostride“, „Welcome“ oder in „Selebrate“.

Wer früher Probleme mit DEADSOUL TRIBE hatte, weil dort dieses tribalartige Drumming Überhand genommen hatte, der kann THE SHADOW THEORY getrost eine Chance geben, denn Johanne James ist ein ganz anderer Drummer als Adel Moustafa, dessen songdienliches, eher auf Groove statt auf Kapriolen setzendes Drumming, auch bei THE SHADOW THEORY seinen Niederschlag findet. Insgesamt ist „Behind The Black Veil“ ein sehr gelungenes Debütalbum, das noch Luft nach oben lässt für kommende Veröffentlichungen. (Maik)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 57:24 min
Label: Inside Out
Veröffentlichungstermin: 19.11.2010

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