dragonforce_twilightdementiaKlausur im Hause DRAGONFORCE. Vor ein paar Monaten trennte sich das in London ansässige internationale Powermetalkonglomerat von ihrem südafrikanischen Sänger ZP Theart. Dabei war es auch seine hohe und kraftvolle Stimme, die mit zum weltweiten Erfolg der Extrempowermetaller beigetragen hat. Vier Alben hat man miteinander aufgenommen und jetzt da endlich das Besetzungskarussell auch im Rhythmusbereich still zu stehen schien ist diese Entscheidung ein herber Schlag für den Sechser. Quasi als Abschied hat man jetzt das Live-Album "Twilight Dementia" auf den Markt gebracht. Oder doch eher als Überbrückung für die Zeit bis man einen neuen Frontmann gefunden hat.


Und der Mann drückt trotz der instrumentalen Übermacht der Scheibe seinen Stempel auf. Wer DRAGONFORCE schon einmal live erlebt hat wird um die Fronter-Qualitäten von Theart wissen. Er schafft es immer wieder sein Publikum neu zu motivieren und er erhält immer die Reaktionen die er fordert. Dass er dabei eher ungewöhnliche Mittel anwendet und die Meute auch mal "Come on, you Assholes" mehrmals davon in Kenntnis setzt, dass gerade eine Liveaufzeichnung läuft passt zu der verrückten Kapelle.
Überhaupt ist die Stimmung sehr gut eingefangen, die Live-Atmosphäre ist spürbar. Leider ist nirgends verzeichnet ob es sich um einen Abend oder einen Zusammenschnitt der Tour handelt, dies tut dem Live-Feeling keinen Abbruch. Die Songreihenfolge entspricht fast der Setlist wie bei den Konzerten der Tour, gegenüber dem Auftritt in Saarbrücken sind nur einige mehr aus dem zweiten Album "Sonic Firestorm" ins Programm gerutscht.

Theart wagt auch ein wenig und haut bei "Operation Pound And Ground" ein paar böse Keifer raus, was dem Song zusätzlich Power bringt. Doch das Hauptaugenmerk liegt, wie könnte es anders sein bei den ultraschnellen Attacken des Gitarrenduos Herman Li und Sam Totman sowie Keyboarder Vadim Prushanov. Die haben es in sich, nur ist hier der Wermutstropfen des Live-Dokuments, denn die rasanten Soli kann man auch auf Konserve nachhören, aber zu erleben wie die Herren diese auf die Bühne bringen ist eine ganz andere Qualität.
Natürlich ist es schon erstaunlich zu hören wie sicher sie ihr Material live bringen, aber hier wäre die DVD-Variante die bessere gewesen, zumal es einen massiven Einschnitt im Bandgefüge gab. Und die werden ja oft als Anlass für solche Veröffentlichungen genommen. Hier wird man nur Zeuge der außerordentlichen Spieltechnik der Jungs, bei denen auch die Rhythmusfraktion Höchstleistungen vollbringen muss.

Soundtechnisch gibt es ebenfalls nicht viel zu meckern, es klingt etwas roher und weniger voluminös wie auf Platte, aber das ist ja im Sinne des Erfinders. Hier und da wird es etwas holprig, da fehlen ein paar Frequenzen, aber das zeigt auch, dass bei "Twilight Dementia" nicht viel nachgebessert wurde. Dennoch ist der Klang über weite Strecken ausgewogen und differenziert, was die Kompositionen nachvollziehbar macht, angesichts der Geschwindigkeit auch bitter nötig.
Improvisationen oder extra Soli sucht man vergebens, das wäre auch zu viel des Guten gewesen. Stattdessen bietet diese Live-"Best Of" ein paar nette Eindrücke, die sich Fans von DRAGONFORCE gerne ins Regal stellen dürfen (Pfälzer)

 


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 95:58 min
Label: Spinefarm
Veröffentlichungstermin: 13.09.2010

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