Avenged Sevenfold - NightmareMehrfachwertung der RedaktionEs gibt viele Bands, über die viel in der Welt des Metals debattiert wird. AVENGED SEVENFOLD, oder kurz A7X, ist eine davon. War der Trupp aus Huntington Beach (Kalifornien) Anfang des 21. Jahrhunderts noch dafür bekannt mit MetalCore kräftig auf den Putz zu hauen, sind sie mittlerweile massentauglicher geworden und eher in die Richtung des klassischen Heavy Metals abgedriftet. Mit "Nightmare" soll dieser Pfad nun konsequent weiter beschritten werden. Doch nach dem Tod von Drummer Jimmy "The Rev" Sullivan im Dezember vergangenen Jahres stand das Projekt auf der Kippe. Mit dem wohl weltweit besten Drummer, Mike Portnoy von DREAM THEATER, meldeten sich AVENGED SEVENFOLD im Februar zurück, um ihr Album nun endlich fertig einzuspielen. "Nightmare" ist ein Konzeptalbum geworden, eine Reise durch Wahnsinn, Verzweiflung und den Tod.

"Nightmare" ist ein sperriger Brocken Musik geworden, der sich einem wahrlich nur dann erschließt, wenn man sich näher damit befasst und darauf einlässt. Das mag damit zusammenhängen, dass sich AVENGED SEVENFOLD bereits im Vorfeld für eine sicherlich schwere Thematik entschieden hatten. Hinzu kommt der Tod eines Freundes, der für viele weitaus mehr bedeutete als nur das. Vor allem für Sänger Matthew war Jimmy eher ein Familien- als ein Bandmitglied. Beide kannten sich bereits aus ihrer Kindheit.

Das Album ist Jimmy gewidmet; das merkt man an allen Ecken und Kanten. Immer wieder wird in den Texten Bezug zu ihm genommen und es scheint, als würden die Jungs Rille für Rille Abschied von ihm nehmen. Dabei haben die Kalifornier Songs der (leicht) härteren Gangart wie "Natural Born Killer" oder "God Hates Us" mit ruhigeren, fast schon besinnlichen Tracks wie "So Far Away" und "Fiction" gemischt. Dabei ist die Huldigung an GUNS’N’ROSES nicht von der Hand zu weisen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Schauer laufen einem über den Rücken, wenn man sich zurücklegt und einen Song wie "Tonight The World Dies" auf sich wirken lässt. Aber auch das oben bereits erwähnte "Fiction", das wunderbar von einem Klavier begleitet wird, weiß Emotionen zu wecken. Der Kreis schließt sich, wenn "Save Me" erklingt, das mit seinen gut elf Minuten schon fast Ausmaße à la DREAM THEATER annimmt. Gerade hier merkt man die Handschrift Portnoys wohl am deutlichsten, auch wenn sie das gesamte Album über recht dezent gehalten wurde. Die elf Minuten klingen abwechslungsreich, mal ausufernder, mal straffer und straighter, ohne jemals abgestumpft oder verbraucht zu klingen. Ausklang findet der Song mit den Zeilen "tonight we all die young", die von Jimmy noch einen Tag vor seinem Tod geschrieben wurden...

Produziert wurde das ganze von Mike Elizondo, den man eher mit Rap-Größen wie DR. DRE oder EMINEM, aber auch mit Alanis Morissette, in Verbindung bringt. Mike hat das Album so glatt gebügelt, dass es ohne anzuecken die Billboard-Charts nach oben klettern konnte. Für meinen Geschmack schon etwas zu viel des Guten, doch hätte alles andere einfach nicht zu AVENGED SEVENFOLD gepasst.

A7X sind in ihrer Entwicklung wieder ein gutes Stück reifer geworden. Das mag zum Einen am alles überschattenden Tod Jimmys liegen, zum Anderen aber auch daran, dass die Zusammenarbeit mit Mike Portnoy dem Album gut getan hat. Portnoy hat den Spagat zwischen zwei Welten, die der Vergangenheit und die der Zunkunft von AVENGED SEVENFOLD, geschafft. Ich für meinen Teil habe Gefallen an dem Werk gefunden und da werde ich sicherlich nicht der einzige bleiben... (Holger)

 

Bewertung: 8,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 61:07 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 27.08.2010

Wertung der Redaktion
Brix Mika Maik Seb Jochen  Bernie Pfaelzer
6
 7  8,5 7,5
 6 7,5   6,5
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