thunderstone_dirtmetal.jpgDie Powermetaller aus Finnland können in ihrer 10-jährigen Bandgeschichte bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Schon mit ihrem Demo aus dem Jahr 2001 konnten die Jungs Aufsehen erregen, was ihnen einen Deal beim Brancheriesen Nuclear Blast einbrachte. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum, bei dem u.a. Timo Tolkki von STRATOVARIUS mit in die Saiten griff, schafften sie bereits den Sprung in so manche Lesercharts und wurden Anfang 2003 in diversen Magazinen zum Newcomer des Jahres gewählt. 

Obwohl THUNDERSTONE zu dieser Zeit noch sehr auf der Welle des Power-Metal-Hypes mitschwammen, welcher vor allem durch Bands wie STRATOVARIUS, SONATA ARCTICA und natürlich HAMMERFALL ausgelöst wurde, hat es bei ihnen dennoch nie zum wirklich großen Durchbruch gereicht. Zwar haben sie sich durch Tourneen mit STRATOVARIUS, SYMPHONY X und AXEL RUDI PELL, sowie einem Auftritt auf dem Wacken Open Air 2004 durchaus einen guten Namen gemacht und auch ihre bisherigen vier Alben ließen durchaus aufhorchen. Was jedoch fehlte, war das kleine Quentchen, welches sie von der Masse abhob.

Im Jahr 2007 kam es zum Split mit dem langjährigen Sänger Pasi Rantanen. Dieser Split bedeutete, dass THUNDERSTONE ihr Aushängeschild und einen hervorragenden Frontmann verloren, der sich danach lieber mit Projekten wie Timo Tollki´s REVOLUTION RENAISSANCE beschäftigte. Dennoch wurde ans Aufgeben kein Gedanke verschwendet, und mit dem Schweden Rick Altzi (AT VANCE, SANDALINAS) wurde ein Sänger gefunden, der die Lücke mehr als akzeptabel ausfüllt.

Das nun vorliegende, in Finnland bereits 2009 veröffentlichte, fünfte Album der Band namens „Dirt Metal“ präsentiert somit einen Sänger, der mit seiner melodischen und dennoch rauen, teilweise aggressiven Stimme wie Arsch auf Eimer zu den Songs passt. Und diese haben es durchaus in sich: war man sich bei den ersten Alben noch sicher, ein astreines Power Metal–Album präsentiert zu bekommen, so bekommt man auf „Dirt Metal“ doch so einige Überraschungen geboten. Bei „Star“ beispielsweise muss man sich auf ein Thrash-Gewitter mitsamt Growls gefasst machen, welches man so definitiv nicht von THUNDERSTONE erwartet hätte. Dies bleibt aber eine Ausnahme, denn alles in allem gehen die Nordmänner gewohnt melodisch, wenn auch recht düster zu Werke. 

Highlight ist mit Sicherheit der mit über acht Minuten recht lange ausgefallene „Suffering Song“, welcher in seiner ganzen Länge nie langweilig wird, da hier eine Menge passiert: das Stück beginnt mit einem sehr atmosphärischen Basslauf, welcher mich zuerst an IRON MAIDEN´s „Rime of the Ancient Mariner“ erinnert. Dieser epische Song entwickelt sich mit jedem Durchgang weiter, und wird vom schleppenden Rocker zum groovigen Banger. Wirklich eine Sahnestück! Auch „At The Feed Of Fools“ hat einen besonders mystischen und teilweise orientalischen Charakter und macht von Mal zu Mal mehr Spaß. „Counting Hours“ überzeugt dagegen wieder mit einem absolut erhabenen Refrain mit viel Bombast, klasse Chören und geilen Melodien.

Das Debüt mit dem neuen Sänger ist alles in allem also durchaus gelungen. Man findet auf „Dirt Metal“ alles, was man bisher von THUNDERSTONE gewohnt war: packende Hooklines, tolle Refrains, aggressives Riffing und die düstere Atmosphäre, die sich bereits auf dem Vorgänger angedeutet hat. Zusätzlich gibt es durchaus auch einige neue Elemente zu entdecken, die so bisher noch nicht vorhanden waren. Im Gesamtbild kommt das neue Album zwar nicht ganz an die Anfangstage der Band heran, macht aber dennoch viel Spaß und bleibt im Ohr hängen. Fans der Band werden auf jeden Fall ihren Spaß daran haben und werden sicher nicht enttäuscht sein, und auch ansonsten können Freunde von solidem Power Metal hier mal ein Ohr riskieren. (Manuel)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 48:07 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 21.05.2010

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