Mehrfach-Wertung der Redaktionannihilator_annihilator.jpg66 Soli in 10 Songs... eine statistische Angabe, die wohl bei den meisten für Stirnrunzeln sorgen dürfte. Allerdings nicht, wenn es sich um 66 Soli in 10 Songs auf einem ANNIHILATOR Album handelt! Dann sind diese 66 Soli nämlich von Jeff Waters gespielt und schon wird die statistische Angabe zum Qualitätsmerkmal! Gottlob hat sich der gute Mann diesmal wieder alleine um die Musik gekümmert ohne in jedem Song mindestens einen Gast zu verwursten wie auf dem Vorgängeralbum „Metal“. Und so ganz klammheimlich hat Herr Waters mit dem schlicht „Annihilator“ betitelten Album auch noch das brutalste seiner Karriere auf CD gepresst.

Die ersten drei Tracks der neuen Scheibe könnte man gut und gerne als „Triple Thrash Terror“ bezeichnen, so aggressiv schnell bollert das Song-Trio Infernale „The Trend“, „Coward“ und „Ambush“ dem Frosch die Locken aus der Bux. Wo „The Trend“ noch vollkommen ANNIHILATOR-typisch mit einer groovigen Melodie die Platte einläutet, kann das, was folgt nur noch als pure Raserei bezeichnet werden. Das Start-Trio kracht auf einem Aggressionslevel durch die Boxen, wie man es von Waters GmbH & Co. KG bisher noch nicht gehört hat! Heidewitzka, Herr Kapitän, was auch immer die Kanadier hier geritten hat, ICH WILL AUCH WAS DAVON!!

Da kommen gleich Songs wie „Human Insecticide“, „Refresh The Demon“, „Reaction“ oder „Bloodbath“ in die Erinnerung. „Schnell und brutal“ gibt es bei ANNIILATOR nicht zum ersten Mal, aber in dieser Dichte noch nie auf einem Album! Nach diesem Kahlschlag mal drei, der eindeutig von dem von Padden getexteten „Coward“ in Sachen Aggression angeführt wird, geht es mitnichten lockerer weiter.
„Betrayed“ ist zwar auf einem viel niedrigeren Speed-Level angesiedelt, geht aber in Sachen Härtegrad keinen einzigen Schritt rückwärts. Mit dem typischen ANNIHILATOR Achtel-Doublebass-Groove kommt „Betrayed“ nicht minder brutal aus den Boxen und walzt mit Bravour alles nieder. „25 Seconds“ danach ist der Freak des Albums, ein Track, der von seiner wahnsinnigen Atmosphäre lebt und mit dem Wechsel aus strangen Breaks und straighter Ballerei zu überzeugen weiß (von dem fantastischen Tab-Solo gen Mitte ganz zu schweigen, ganz großes Kino!!). An dieser Stelle noch ein Wort an den Produzenten Jeff Waters: TOP Bass-Sound, Meister!

Alles in diesem Album schreit regelrecht nach bangenden Köpfen! Wer bei dem zwingenden Groove, den Waters hier mal wieder auffährt, nicht ab und an mit dem Kopf mitnicken muss, der sollte sich vielleicht fragen, ob Metal wirklich seine Musikrichtung ist... der Abschluss von „Nowhere to go“ zum Beispiel, wo ein brutales Riff mit sich ständig alternierende, raffinierten Drumpatterns unterlegt wird, spielt in der obersten Liga, die der Heavy Metal zu bieten hat!
Als neben „Coward“ brutalster Song der Platte weiß der Brecher „Death In Your Eyes“ zu überzeugen. Dieser Groove zwingt alles und jeden auf die Knie, der melodische Refrain, unterlegt mit Blastbeats, die man von den Kanadiern auch noch nicht gehört hat, killt einfach ALLES! SCHEIß DIE WAND AN, IS DAS SCHÖN!!!

„All For You“ hat es an griffigem Songmaterial gefehlt, „Shizo Deluxe“ war perfekt, ging aber aufgrund mangelnden Engagements der Plattenfirma unter. „Metal“ war vom Gastbeiträgen nur so verwässert und konnte soundtechnisch nicht zu jeder Sekunde überzeugen. „Annihilator“ hingegen ist das ultimative ANNIHILATOR Album der Neuzeit! Dave Padden mag immer noch etwas nerven mit seiner Stimme, man kommt aber nicht drumherum, zuzugeben, dass der Mann einfach die beste Besetzung am Mikro ist! Von brutalem Geschrei bis klaren Melodien hat Mister Kurzhaar alles drauf, was die Songs von Waters verlangen.
„Annihilator“ ist ein großartiges Metalalbum, das der Band hoffentlich wieder die Aufmerksamkeit beschert, die sie über die Jahre hinweg aus unerfindlichen Gründen verloren haben aber so sehr verdienen! Fans der Band werden sich die Hose nass machen und alle Zweifler zumindest die musikalische Qualität dieses Albums anerkennen müssen. Wer auf harten Metal steht und ANNIHILATOR noch nicht kennen sollte, kann ohne Probleme mit diesem Album anfangen! Aber dann nix wie hin zu den Frühwerken!
Absolut großartig! GROßARTIG! G.R.O.ß.A.R.T.I.G. (Bernie)

 

Bewertung: 9 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 48:52 min
Label: Earache Records
Veröffentlichungstermin: 21.05.2010

Wertung der Redaktion
Devy Brix Kevin Maik Mika Rainer Seb
8,5
6,5
8,5
8
7
7,5
7

 

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