Schon drei Jahre ist es her, dass SAXON mit "Killing Ground" ihr letztes Studioalbum abgeliefert haben - seitdem waren die Briten zwar bei weitem nicht weg von der Bildfläche - schließlich gab's mit "Heavy Metal Thunder" ein Best-Of und mit "The Saxon Chronicles" eine Doppel-DVD - ganz zu schweigen von den vielen Live-Auftritten - aber all das diente mehr dazu den Fans die Wartezeit zum neuen Studio-Longplayer ein wenig zu verkürzen.

Jetzt liegt "Lionheart" endlich in den Plattenläden und zeigt, dass die Jungs um Frontröhre Biff Byford noch lange nicht zum alten Eisen gehören, sondern immer wieder für eine Überraschung gut sind.

SAXON haben in ihrer 25-jährigen Karriere alle Höhen und Tiefen miterlebt - Zunächst als Mitbegründer der NWOBHM mit unsterblichen Alben wie "Wheels Of Steel" oder "Strong Arm Of The Law" in den Himmel gehoben, dann mit der Keyboard-/Synthie-welle Mitte der Achtziger (die so ziemlich alle Bands mitgemacht haben - man schaue sich nur z. B. JUDAS PRIEST's "Turbo" an) ein wenig abgestürzt um dann in den Neunzigern wieder mit "Solid Ball Of Rock" auf zu erstehen und seitdem kontinuierlich zuzulegen.
"Killing Ground" war 2001 zwar ein gelungenes Album, ließ aber ein wenig den Drive und die knalligen Riffs sowohl der Kultalben als auch der letzten Kracher wie "Unleash The Beast" oder "Metalhead" vermissen.
Und genau hier zeigt "Lionheart", dass Biff & Co. doch noch zulegen können. Mit neuem Drummer Jörg Michael (Ex-STRATOVARIUS / RUNNING WILD / RAGE... kann der überhaupt noch alle Bands aufzählen, wo er mal die Felle verdroschen hat?) hauen die Jungs eine Granate nach der anderen raus - und das mit durchaus gereiftem Sound, der sich nicht scheut, auch mal rechts und links neben der bisherigen straighten Schiene zu wildern.

Mit dem Opener "Witchfinder General" finden SAXON nahtlos Anschluss an den Titeltrack von "Unleash The Beast", um mit "Man And Machine" ohne Pause durchzurocken. "The Return" ist eher als kleine instrumentelle Verschnaufpause gedacht und leitet majestätisch den Titeltrack "Lionheart" ein - selbiger ist wieder eine Granate par excellence und kann sich von der Komplexität her mit "Crusader" messen.
SAXON-untypische Klänge bietet "Beyond The Grave" - sowohl beim Intro als auch vom ruhigen Gesang im Mittelteil - dennoch eine sehr interessante und eingängige Midtempo-Nummer.
Ein wenig nach RAGE klingt das fast brachiale "Justice" und auch "To Live By The Sword" ist eine absolute Uptempo-Granate die vom Drumming wieder irgendwo zwischen RAGE und GRAVE DIGGER steht.
Damit ist "Lionheart" beim zweiten Zwischenspiel angekommen - das einminütige "Jack Tars" wird aber von Biff's Stimme veredelt - um in eine weitere Granate "English Man'o' War" zu münden.
Zu "Searching For Atlantis" ist SAXON dann aber doch ein wenig die Puste ausgegangen, die Nummer will auch beim dritten Durchlauf nicht so recht zünden und auch das abschließende "Flying On The Edge" ist etwas durchwachsen und schwankt zwischen mitreißenden schnellen und etwas saftlosen ruhigen Passagen.

"Lionheart" ist ein absolutes Hammeralbum, dem lediglich zu den beiden letzten Tracks ein wenig die Luft ausgeht, das vorher aber derart mächtig Dampf macht, dass die Scheibe einen der vorderen Plätze bei den diesjährigen Releases sicher hat. Schade ist nur, dass es anstelle der beiden kurzen Zwischenspiele keine "richtigen" Songs auf die Scheibe geschafft haben.

Anspieltipps: "Witchfinder", "Lionheart", "English Man'o'War" (Naglagor)

Bewertung: 9,0 / 10



Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:07 min
Label: SPV / Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 20.09.2004
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