angelsofbabylon_kingdomofevil.jpgDave Ellefson ist wieder dick im Geschäft. Erst die Rückkehr zu MEGADETH anlässlich des 20-Jährigen von „Rust In Peace“ und dann hat er in Form von ANGELS OF BABYLON auch noch eine neue Kapelle am Start, bei der auch noch ein weiterer alter Bekannter einer „ehemals“ bedeutenden Metalband mit an Bord ist. Die Rede ist von Rhino, der zweifelsfrei beste Drummer, den MANOWAR je hatten, und der so etwas wie der kreative Kopf hinter ANGELS OF BABYLON ist. Angeblich arbeitet Rhino schon seit mehreren Jahren an den Songs dieses Albums. Na dann muss „Kingdom Of Evil“ doch gut werden! Oder etwa doch nicht?

Die Kombination Rhino/Ellefson verspricht jedenfalls klassischen Heavy Metal der alten Schule, und den bekommt man auf „Kingdom Of Evil“ auch geboten. Zieht man den Vergleich zu den großen Namen, so fällt auf, dass die ANGELS OF BABYLON im Verhältnis zu MEGADETH deutlich gemäßigter zu Werke gehen, von Thrash Metal keine Spur. Von daher ist man musikalisch ein gutes Stück näher an MANOWAR, allerdings ohne die „true, truer, am truesten“ Zielgrupe zu bedienen. Eine gewisse Eigenständigkeit ist also vorhanden, die sich noch dadurch verstärkt, dass die Band in ihren Songs auch Einflüsse aus dem Siebziger-Jahre Hardrock verarbeitet (z.B. „Tarot“).

So weit ist also vieles in Butter, die 10 Songs des Debüts halten den gesetzten Erwartungen dann aber leider nicht ganz Stand, da hätte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Wenn ich zum Beispiel schon einen Song nach meiner Band benenne, dann erwarte ich einen richtigen Kracher und nicht so einen Langweiler wie „Angels Of Babylon“, der zudem noch von einem gut zweiminütigen Pianozwischenspiel eingeleitet wird („The Remnant“), das total den Fluss aus dem Album nimmt. Als Beleg hierfür kann man gut das abschließende episch angelegte „Second Coming“ anführen, das zu keinem Zeitpunkt in Fahrt kommt. „Kingdom Of Evil“ ist so ein Album, das das Vorurteil bestätigt, dass die zweite Hälfte eines Albums regelmäßig schlechter ist als die erste.

Auf der anderen Seite gibt es unter den zehn Songs wenigstens auch solche wie der straighte schnörkellose Opener „Conspiracy Theory“, das starke „Night Magic“, den treibenden Ohrwurm „Oh How The Mighty Have Fallen“ oder die stark von SAXON geprägte Nummer „Apocalypse 2012“ (jetzt nerven auch schon Metalbands mit diesem Thema...), die das Album letztendlich über die Grenze der Durchschnittlichkeit heben. Den beiden anderen Mitgliedern der ANGELS OF BABYLON kann man da noch am wenigstens einen Vorwurf machen, ich würde sogar so weit gehen, David Ferfolt (Vocals) und Ethan Brosh (Gitarre) als die heimlichen Stars dieses Bandprojektes herauszustellen.

Und damit komme ich auch schon zu meinem Schlussfazit, das an dieser Stelle recht kurz ausfallen kann. Im Gegensatz zu einem Album wie „Rust In Peace“, das auch nach 20 Jahren nichts von seiner Klasse und seinem Charme verloren hat, wird man „Kingdom Of Evil“ vermutlich am Jahresende schon fast wieder vergessen haben. Macht mit etwas gutem Willen knappe 7 Punkte. (Maik)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:45 min
Label: Metal Heaven
Veröffentlichungstermin: 29.01.2010  
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