no_hope_-_big_block.jpgWow, das hätte ich nicht gedacht: NO HOPE aus Saarlouis bestehen bereits seit 17 (!!) Jahren und treiben seitdem im saarländischen Untergrund ihr doomiges Unwesen - allerdings ist aus dem damaligen Gründungstrio nur noch Drummer und Sänger Alex Schon übrig geblieben.

Bis dato stehen auch nur zwei weitere Veröffentlichungen zu Buche, da die Band immer wieder von Besetzungswechseln durchgeschüttelt worden ist und eine einheitliche Linie nie so wirklich erreicht wurde.

Doch seit zwei Jahren ist alles anders: Eine feste und funktionierende Besetzung, neue Songs und praktischerweise das hauseigene Locost Studio von Gitarrist Jochen Klose ermöglichten "Big Block Damnation". 
Und ich kann euch bereits jetzt schon versprechen: Mehr Doom geht fast nicht!

Denn auch wenn lediglich vier Songs auf "Big Block Damnation" vertreten sind, hat die EP die stattliche Spielzeit von fast dreissig Minuten - somit ist klar, daß "Überlänge" Trumpf ist und drei der vier Tracks mit einer Spielzeit von acht bzw. über acht Minuten gesegnet sind - einzig der dritte Track "M-Lady" fällt mit nicht mal fünf Minuten aus dem Raster.

Aber fangen wir von vorne an: "Through Sad Eyes" eröffnet uns ein Moll-Riff, welches auf jeder MY DYING BRIDE-Platte einen Ehrenplatz erhalten hätte! Auch der Rest des Tracks liegt wie ein Stein im Magen, der Wechselgesang von Drummer Alex und Bassist Christian tun ihr Übriges für eine fette Portion "Doom-Deluxe": Schaurig-schöne zweistimmige Gitarrenläufe und eine schleppend-gehaltene, aber dennoch dynamische Tempogestaltung sorgt dafür, daß Langeweile fern bleibt.

"No Difference" kann durch den "Ausbruch" im Mittelteil am ehesten für den selbstgewählten Stempel "Doom-Core" herhalten; ansonsten sind ausser dem Gesang eigentlich kaum Core-Elemente auszumachen, auch wenn CROWBAR und EYE HATE GOD recht offensichtlich das ein oder andere Mal als Inspiration hergehalten haben.

Das abschließende "Aglophobia"  macht mit seinem enormen Hall auf der Snare und der anfänglich heranwallenden Gitarrenwand tatsächlich Angst vor Schmerz - ein intensiver Beginn, der auch in den restlichen acht Minuten nicht an Intensität verliert.

Puh, keine leichte Kost, was uns die Saarländer hier abliefern. Aber wer gerne mal grantig drauf ist und keinen Bock hat, an dieser Stimmungslage etwas ändern zu wollen, hat mit "Big Block Damnation" den idealen Soundtrack hierzu.
Selbstverständlich sollten auch fröhlich gesinntere Doom-Freunde dem Quartett eine Chance geben - es lohnt sich! (Brix)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 4
Spielzeit: 29:41
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: November 2009

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