Der Mann kann es nicht lassen - wo hat Glenn Hughes nicht schon überall seine Finger - oder seine Stimmbänder - im Spiel gehabt… bei DEEP PURPLE (damals sicher nicht ganz unschuldig am Weggang von Gitarrengott Blackmore), Gaststpiele bei BLACK SABBATH und GARY MOORE bis hin zu MÖTLEY CRÜE. Nicht zu vergessen die Anfänge mit TRAPEZE, wo er unter anderem mit dem späteren JUDAS PRIEST-Drummer Dave Holland spielte.
Und zwischen seinen mittlerweile regelmäßig veröffentlichten Soloalben - zuletzt das gelungene "Songs In The Key Of Rock" aus 2003 - lädt er mal eben eine Schar handverlesener Freunde in seine Heimatstadt ein und spielt eine Liveshow in besonderer Atmosphäre.
So geschehen am 11. Januar 2004 - und natürlich wurde das Ganze direkt mitgeschnitten und nun als Doppel-CD, bzw. DVD "Soulfully Live In The City Of Angels" verwertet.
Hughes - "The Voice Of Rock" - umgibt sich selbstverständlich nur mit adäquaten Musikern, so sind beispielsweise RED HOT CHILI PEPPERS-Drummer Chad Smith oder Ex-QUIET RIOT Sänger Kevin DuBrow als Backing Vocalist mit von der Partie.

Im Rahmen dieser kleinen, fast privaten Performance spielen sich Hughes & Co. durch einen Großteil der Karriere des Meisters - angefangen mit neueren Werken wie dem angenehm heavy rockenden "Can't Stop The Flood" von "Building The Machine" über zwei Tracks vom letztjährigen Studioalbum: "Higher Places" und das sehr abwechslungsreiche "Written All Over Your Face" - wobei das letztere mit seinen zehn Minuten Spielzeit doch gerade im Mittelteil seine Längen aufweist.
Die Fans wird es freuen, dass Mr Hughes mit "Medusa" und "Seafull" auch Material aus seinen Anfangstagen auf die Bühne holt - die beiden Titel stammen nämlich aus TRAPEZE-Zeiten und machen im etwas moderneren Gewand eine richtig gute Figur - das Manko, dass sich "Medusa" zeitweise auch ein wenig langatmig durch die Boxen schleicht macht das überragende "Seafull" deutlich wett - und das zügige "Wherever You Go" (wieder vom 2003er-Album) macht das Sextett auf CD1 komplett.

Mit "Coast To Coast" lässt es Glenn Hughes auf CD2 extrem ruhig angehen, danach gibt's mit "First Step Of Love" wieder ein soulig-rockiges Schmankerl bevor er sich mit direkt drei Titeln der DEEP PURPLE-Zeit widmet - eine über elf Minuten lange interessante Version von "Mistreated" bei der Hughes seine "Schreie" erfreulicherweise sehr im Zaum hält, das zehnminütige, zwischenzeitlich etwas frickelige "Gettin' Tighter" sowie das hervorragende "You Keep On Moving", bei dem sich gerade die Instrumentalfraktion mächtig ins Zeug legt.
Mit "The Healer" findet sich dann noch ein Bonus-Studiotrack auf dem Album, welcher mit seinem unplugged-Charakter ganz angenehm anzuhören ist und sehr gut zur Atmosphäre der Live-Tracks passt.

Die DVD enthält neben dem 87-minütigen Konzert in indiskutabler Bildqualität noch ca. 15 Minuten Interviews mit den Musikern sowie eine unspektakuläre Slideshow mit einigen wenigen Fotos.
Abgesehen von der Tatsache, dass die Spielzeit von z.B. nur 42 Minuten auf einer CD evtl. die Frage aufwirft, ob es nicht doch ein Titelchen mehr hätte sein dürfen, ist die Doppel-CD eine uneingeschränkte Empfehlung, die DVD hingegen ist wohl eher etwas für absolute Fans - zumal sie ja nicht als "Nice Price" verkauft wird. Ein Package mit Audio-CD & DVD zum Normalpreis wäre bei der dürftigen Bildqualität sicher fairer gewesen, ansonsten hat Glenn Hughes aber auf jeden Fall bewiesen, dass er "es" immer noch drauf hat.

Anspieltipps: "Seafull", "First Step Of Love", "You Keep On Moving" (Naglagor)

Bewertung: -- / 10



Anzahl der Songs: 6 + 6
Spielzeit: 42:08 min + 47:53 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 20.09.2004
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