kelly_simonz_-_the_rule_of_right_artwork.jpgEr ist schnell, vielleicht sogar eine der schnellsten, er verfällt teilweise in Raserei, er hat zahlreiche Schüler und wird meisterhaft geehrt – Kelly Simonz und seine Gitarre.
Angefangen hat der junge Japaner im Alter von 18 Jahren, sein Talent zu manifestieren, als er seine Gitarrenkunst mit einem Abschluss am Musikinstitut von Hollywood belegte. Ab dann ging seine Klampferkarriere steil bergauf: diverse lokale Bands und Soloeskapaden pflasterten seinen Weg, ein eigenes Label wurde gegründet, das Debütalbum schoss direkt in die Charts, Tausende von Fans kaufen sein Album und feiern ihn live ab, während er auf der Bühne seine Fähigkeiten auf besaiteten Holzmöbelstücken beweist. Sogar zu Zeiten von GUNS’N’ROSES und RAGE AGAINST THE MACHINE in den frühen Neunzigern kann Kelly seine Fanschar nicht nur halten, sondern sogar noch vergrößern.

In Japan wird sein Ruhm und sein musikalisches Geschick ebenso verbreitet, sein japanisches Label gewinnt immer mehr an Bedeutung, und einer Kooperation mit dem finnischen Label Lion Music steht nun auch nichts mehr im Weg. Der Rest Europas und die doch so wichtigen Vereinigten Staaten bleiben zwar labeltechnisch bisher aus, aber dennoch hat es sein Ruf nahezu einmal um den Globus geschafft, nicht zuletzt durch seine kontinuierliche Livepräsenz bei vielen großen Events und diversen Festivals.

 Sein neuestes Opus „The Rule Of Right“ vereint wiederum alle Markenzeichen des Mittdreißigers: Episch, klassisch, theatralisch, Gitarren fast wie Geigen, spinettähnliche Sounds im Hintergrund. Mal klingt es zart und verletzlich, mal hart und unumstößlich, auch mal lateinamerikanisch, mal mitteralterlich und mal sehr modern-poppig.

Kommen wir aber nun auch mal nach all den Lobesreden auf die weniger sonnigen Punkte zu sprechen: Es missfällt der mittelmäßige Gesang Kellys, die 08/15-Begleitmusik vom Computer, und das künstliche und unspektakulär programmierte Drumming macht auch nicht ganz froh. Dabei hat KELLY SIMONZ quasi als Alleinunterhalter alle Fäden in der Hand: bei dem aktuellen Output ist die Personalunion nur von den von ihm gespielten bzw. programmierten Instrumenten umgeben und muss sich keinem anderen musikalischen Einfluss oder Beiträgen seitens Mitmusikern beugen.
Dennoch klingt es leider wie nicht anders gewohnt von anderen Saitenhexern: die Musik drumherum ist lediglich Makulatur, im Mittelpunkt steht der Supergitarrero, der sich auf seinem Album selbst beweihräuchern, selbst verherrlichen und selbst abfeiern kann, ohne irgendjemandem Credits abtreten zu müssen. Und auch KELLY SIMONZ gibt nicht eher Ruhe, bis er in jedem Lied mindestens einmal alle 22 x 6 Töne seiner Gitarre angeschlagen hat.
Gerne bestätige ich das musikalische Talent dieses Künstlers, was man letztendlich daraus macht bleibt allerdings immer noch Geschmackssache. (Jochen)

Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 52:52 min
Label: Lion Music
Veröffentlichungstermin: 2009

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