liquidgraveyard.jpgAus Spanien kommt etwas Gewaltiges…die Rede ist von einer neuen Band, die ihren ganz eigenen Weg einschlägt. Wobei man es nicht mit Frischlingen im metallischen Universum zu tun hat, denn der Saitenhexer von LIQUID GRAVEYARD, John Walker sammelte bereits Anfang der 90er Jahre als Sänger/Gitarrist der englischen Deathmetalcombo Cancer genügend Erfahrung.

Entsprechend dem Albumtitel “On Evil Days”, zeigt das Cover eine Hochhausmetropole, umgeben von Wasser, indem sich ein futuristisch aussehendes (Kriegs)Vehikel spiegelt. Farblich erscheint das Albumcover in rot und gelb Tönen, als ob die oben erwähnte Stadt im eigenen Rauch ersticken würde. Das ganze erweckt den Eindruck eines Weltuntergangsszenarios…passend zum Bandnamen. Die stilistische Bandbreite dieses Quartetts ist erstaunlich: es finden sich todesmetallische Riffs und Growls, besonders in “From the tower”, ruhige Zwischenstücke (“On evil days“), alternative Anflüge z.B. in “Criministers”, modernes Riffing (“Rumours are black like machine guns”), aber auch opernhafter Bombast, wie in “Them greeds”. Die komplette Platte lässt sich kaum in eine Schublade stecken, weil jeder Song eine progressive Schlagseite hat. Am ehesten lässt sich die Stilrichtung als zum Teil opernhafter, progressiver/alternativer, moderner Death Metal bezeichnen. Diese Stilbezeichnung hat allerdings keine Gewähr… Alle Songs sind mit einer guten Portion Melancholie gewürzt, was dem Gesamtwerk nicht immer zu Gute kommt, weil es auf Dauer doch etwas schwere Kost ist.

Nun zum Gesang, der an dieser Stelle etwas herausgehoben werden sollte: Das “opernähnliche” ist der ausdrucksstarken Stimme von Raquel Walker (die Ehegattin von Gitarrist John Walker) zu verdanken, die mit ihrer Sangeskunst wahrhaft zu überzeugen weiß und ebenso gut keifen und growlen kann. Die Gitarren klingen meist eher modern und haben mit dem oldschooligen Deathmetal, wie man ihn von Cancer, John Walkers früherer Band kennt rein gar nichts zu tun. Vielleicht ist es aber genau das, was LIQUID GRAVEYARD im Endeffekt fehlt… etwas mehr Ecken und Kanten, ein dreckigerer Gitarren- und Basssound und ein knüppelnderes Schlagzeug.
Das Debut ist sauber produziert, auch da kann man nix meckern, und trotzdem will der Funke nicht ganz überspringen. Möglicherweise kann sich die Band nicht ganz entscheiden, ob sie eher ballern oder begeistern will. Sie sollten sich im klaren darüber sein, ob sie durch ausgefeilte Arrangements glänzen wollen, oder etwas mehr auf Simplizität setzen möchten. Ein bisschen mehr Eingängigkeit würde ihnen sicherlich gut tun. Manchmal ist etwas weniger halt doch mehr. (Kevin)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 50:50 min
Label: My Kingdom Music
Veröffentlichunstermin: 12.10.2009

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