leverage_circuscolossus.jpgWährend LEVERAGE im europäischen Ausland und vor allem in ihrer Heimat Finnland mit ihren ersten beiden Longplayern „Tides“ (2006) und „Blind Fire“ (2008) bereits einige Achtungserfolge verbuchen konnten, ist das finnische Sextett hierzulande noch ein unbeschriebenes Blatt. Wirft man mal einen kurzen Blick auf die Bandhomepage erkennt man schnell einen der wesentlichen Gründe für diese Situation. LEVERGAE beschränkten sich bis jetzt, was Konzerte angeht, völlig auf das Land mit den ganz vielen Seen, wie soll da anderswo der Durchbruch gelingen?

Die Chancen hierfür hätten LEVERAGE jedenfalls, denn mit dem inzwischen dritten und dieser Tage in Deutschland veröffentlichten Album „Circus Colossus“, in Finnland gibt’s das Teil schon seit einem Monat, liefern LEVERAGE ein Album ab, das von vorne bis hinten einfach nur saustark ist!
Auch wenn sich das jetzt wie eine dieser typischen Floskeln anhört, aber so frisch und so dynamisch wie auf „Circus Colossus“ habe ich in diesem Jahr melodischen Rock/Metal noch nicht gehört; und das Jahr ist demnächst zu Ende!

Bei diesem Album stimmt so ziemlich alles. Das fängt bei den Songs an, die gekonnt die Trademarks des Achtziger-Jahre Hard Rocks der Marke EUROPE und RAINBOW in ein aktuelles metallischeres Gewand transportieren...Geht über die spielerische und gesangliche Darbietung der sechs Mannen, als Star des Ensembles muss man ganz klar Sänger Pekka Heino (auch BROTHER FIRETRIBE) ansehen, der mit seiner klaren wie kräftigen Stimme perfekt zu den melodischen Metalsongs passt...Und endet bei einem Sound, den man als absolut zeitgemäß beschreiben kann, und der gut sowohl das rockige als auch das metallische Fundament zur Geltung kommen lässt.

Bereits der eigentliche Opener des Albums „Wolf And The Moon“ zeigt diese Stärken der Band auf, die auch in den restlichen Songs zum Vorschein kommen, sei es das poppige „Movie Gods“ (was für ein Ohrwurm!), sei es das härtere „Worldbeater“ oder sei es die leicht progressive Schlussnummer „Broken Wings“. Was das Songwriting angeht, kann kaum eine andere Melodic Metal Band derzeit LEVERAGE das Wasser reichen. 

Trotzdem gibt es noch zwei kleinere Sachen, die mir an „Circus Colossus“ nicht zu 100% gefallen. So lassen die 9 regulären Songs – zusätzlich gibt’s noch ein orchestrales Intro –  so gut sie für sich genommen auch sind, ein wenig die Abwechslung vermissen. Fast das komplette Album ist im Midtempobereich angesiedelt mit leichten Ausschlägen nach oben („Prisoners“ zum Beispiel) oder nach unten (die Ballade „Don't Keep Me Waiting“). Zudem bauen LEVERAGE für meinen Geschmack zu sehr auf ihren Refrains auf. Damit will ich sagen, dass es vor allem die starken Ohrwürmer sind, die das Besondere an „Circus Colossus“ ausmachen; da besteht die Gefahr, dass LEVERAGE schnell langweilig werden könnten, sollten ihnen solche Hooklines nicht mehr gelingen. Als logische Folge dieser „Einseitigkeit“ wirkt „Circus Colossus“ natürlich sehr auf Nummer Sicher komponiert und arrangiert, dem ein oder anderen könnte das ein Dorn im Auge sein.

Ich kann für den Moment da noch drüber hinwegsehen und freue mich lieber über eine Ansammlung hervorragender Songs, denn das ist „Circus Colossus“ auf jeden Fall. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 48:08 min
Label: Spinefarm Records/Soulfood
Veröffentlichungstermin: 11.12.09 

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