reece_-_universal_language__250_x_250_.jpgACCEPT und kein Ende: Die deutsche Metallegende bereitet gerade ihr Comeback mit dem neuen Sänger Mark Tornillo vor, während deren ehemaliges Frontaushängeschild außen vor bleibt. U.D.O. wird das weniger jucken, denn er hat jüngst mit seiner Truppe das zwölfte Album „Dominator“ veröffentlicht und feiert selbst große Erfolge.
Wenn die Band dann mal im Gerede ist, dann kommt man zu einem Namen, der Dirkschneider früher einmal ersetzt hatte. Der US-Amerikaner David Reece brachte es mit „Eat The Heat“ aber nur auf einen Longplayer, bevor die Liaison auf der Tour mit W.A.S.P. und METAL CHURCH ein unrühmliches Ende fand. Nun bringt er unter dem Banner REECE ein Solowerk mit dem Titel „Universal Language“ heraus Interessanterweise hat er dafür den einstigen U.D.O.-Klampfer Andy Susemihl als Sechssaiter und Produzent verpflichtet.

Wer auf dieser Scheibe nun lupenreinen Teutonenstahl, wie er von Solingen aus um die Welt ging erwartet, der irrt gewaltig. Auch wenn mit Stefan „Ich habe schon überall getrommelt“ Schwarzmann und Jochen Fünders weitere Deutsche beteiligt sind. Trotz der Vergangenheit der Protagonisten schlägt das Pendel ganz klar in Richtung traditionellen Hardrock aus.
Dieser orientiert sich grob an Einflüssen wie AEROSMITH oder BADLANDS, weist einen ordentlichen Blueseinschlag auf und ist soundtechnisch zeitgemäßer ausgelegt als die Vorbilder. Dieser Stil ist David Reece aber auch nicht fremd sang er in den vergangenen Jahren unter anderem bei BANGALORE CHOIR und den Schweden GYPSY ROSE.

Der Opener stampft dann mit einem an THE CULT erinnernden Groove gut nach vorne, lässt aber im Refrain die zwingende Eingängigkeit vermissen. Da gefällt das swingende „Flying Close To The Flame“ doch um einiges besser, dessen Chorus mächtig rockt. „The River“ beginnt ruhig mit akustischen Slide-Gitarren, bevor er sich zu einer trocken treibenden Bluesrocknummer entwickelt.
Hier passt das raue Organ von David Reece optimal dazu, es scheint, als habe der Mann seit seinen Streitigkeiten mit Peter Baltes schon einige Whiskeys gekippt. Knallige Arrangements sucht man ebenso vergebens, „Universal Language“ ist rau und erdig gehalten.

„We Were Alive“ überzeugt dann mit ein paar knackigen Leadfills und einem melodisch-melancholischem Flair. Überhaupt zeigt sich Meister Susemihl von seiner entspannten Art, kann bei den Soli vor allem dann punkten, wenn ruhige Parts verlangt sind. Hierbei verfügt er über ein ausgeprägtes Blues-Feeling und einen warmen Ton.
Noch eine Ecke ruhiger sind die balladesken Momente wie das tief im Blues watende „Once In A Lifetime“ und das akustische „Queen Of My Dreams“. Dazu befinden sich ein paar Mainstreamanleihen auf dem Album wie im locker-flockigen „Fantasy Man“. Am Ende verschreckt man den geneigten Hardrock-Fan mit „Yellow“ etwas, denn da zitiert man das Feindbild Grunge.

Was Susemihl nicht so gelungen ist, ist die Produktion, die dürfte bei aller benötigten Rauheit doch ein wenig mehr Druck vertragen. Vor allem die Rhythmusfraktion kommt ein wenig zu kurz, da müsste mehr Dampf in den Kesseln sein, um aus einigen durchschnittlicheren Stücken noch etwas rauszuholen. Die Kompositionen sind zwar meist ansprechend, so wirklich zünden wollen sie dann doch nicht. Da fehlt einfach noch die letzte Schippe Feuer und Leidenschaft. (Pfälzer)


Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 49:36 min
Label: Metal Heaven
Veröffentlichungstermin: 28.08.2009

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